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Fragen und Antworten | Kompostberater Dr. Hans Balmer gibt Auskunft.  
 
 
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Gisela Schnalzger

21.01.2010
 

Mulchdecke - Komposterde (Kompostieranleitungen)

Sehr geehrter Herr Balmer,

Sie empfehlen im Thema „Zeitpunkt des Ausbringens von reifem Kompost“, die Mulchdecke liegen zu lassen und DARAUF die reife Komposterde zu bringen.
Ich habe es bis jetzt immer umgekehrt gemacht, im Frühling noch vorhandenen Mulch beiseite geräumt und Komposterde direkt auf den Boden gebracht.
Außer dem schmalen Streifen, wo Saatrillen oder junge Pflänzchen sind, deckte ich dann wieder mit Mulch ab.
Was passiert nun, wenn die Mulchschicht unter der Komposterde liegt?
Ist sie da so ohne Bodenschluss nicht irgendwie isoliert und vor allem Wind und Sonne ausgesetzt? Würden Sie es mir bitte erklären?

Vielen Dank, ich bin gespannt auf die Antwort

Hans Balmer


Sehr geehrte Frau Schnalzger
Beides ist wohl richtig. Wenn der Kompost ausgesiebt ist und hauptsächlich aus Krümeln von 10 mm und darunter besteht, was bei einem gut gepflegten, reifen Kompost ja der Fall sein sollte, wird das meiste Material in die Mulchdecke einsickern und so dem Einfluss des Lichts entzogen. Ich denke beim Aufbringen von max. 1-3 Liter Kompost/Quadratmeter auf die Mulchdecke vor allem an den Spätsommer-Herbst. So kann der Kompost als sehr gute Rottehilfe wirken, bis die mikroklimatischen Bedingungen die mikrobiologische Aktivität stoppen wird. Mit dem verrottenden Mulchmaterial wird der Kompost in den meisten Fällen rasch Bodenschluss erreichen, vorausgesetzt der Mulch bildet keine kompakte, zusammenhängende Decke.
Oft liest man auch die Empfehlung, im Herbst teilweise verrotteten Kompost als Mulch auszubringen. Tut man dies eher zurückhaltend, ist dagegen nichts einzuwenden. Also auch hier: keine dicken Schichten. So wie Sie es machen ist es selbstverständlich auch in Ordnung.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower@vtxmail.ch