Sehr geehrter Herr Timpau
Trotz intensiver Recherchen habe ich in bezug auf Salmonellen und Kompost nichts finden können, das Sie nicht bereits wissen. Der Bereich Hygienisierung hinsichtlich Salmonellen scheint beim privaten Kompostieren nicht wissenschaftlich erforscht zu sein. Die folgende Stellungnahme ist deshalb meine persönliche "unwissenschaftliche"
Meinung und darf nicht verallgemeinert werden.
Die Gefahr, mit Salmonellen verseucht zu werden ist meines Erachtens beim Verzehr von unsachgemäss behandelten Nahrungsmitteln oder bei der unsachgemässen Zubereitung weit grösser, als beim Verzehren von frischem Gemüse aus dem Garten, selbst wenn bei der Gartenpflege eigener Kompost verwendet wird. Es kann aber nicht genügend betont werden, dass beim Kompostieren mit Sachverstand und Umsicht vorgegangen werden muss. Nachgewiesen ist, dass beim Einhalten optimaler Rottebedingungen (zerkleinern - mischen - feucht halten und immer zudecken) auch beim privaten Kompostieren gute Hygienisierungsleistungen erzielt werden können, weil dabei nicht allein die Temperatur sondern die Bildung von Antibiotika durch entsprechende Mikroorganismen eine grosse Rolle spielen. Dies geschieht aber, und das muss immer wieder betont werden, nur beim sachgerechten, sorgfältigen Kompostieren. Unter diesen Voraussetzungen wird sich auch ein starkes Übergewicht der nützlichen Mikroorganismen einstellen, die Krankheitskeimen wenig bis keine Überlebenschance lassen.
Persönlich kompostiere ich seit Jahrzehnten sämtliche im Haushalt anfallenden Eierschalen, wobei ich sie zuerst an der Luft trocknen lasse, dann in einem Plastiksack sammle und darin, vor dem Kompostieren, in sehr kleine Stücke zertrümmere, so dass ich sie ohne weiteres in sämtliche Bereiche der Rottemasse verteilen kann. Der Kompost wird selbstverständlich zu hundert Prozent bei der Gartenpflege angewendet und es ist bis anhin nie vorgekommen, dass in der Familie ein Salmonellenproblem aufgetaucht wäre.
Um ganz sicher zu gehen, kann man die Eierschalen nach dem Backen in den ausgeschalteten Backofen geben, wo ja noch längere Zeit Temperaturen weit über 70°C herrschen, was höchstwahrscheinlich zum Vernichten eventueller Salmonellen führen wird. Dies wäre dann generell auch eine Sicherheitsmassnahme bei der Wurmkompostierung.
Allgemein muss ich noch betonen, dass auch ein gesunder, lebendiger Boden sehr viel zur Unterdrückung von Krankheitskeimen beitragen kann.
Denn wir leben ja nicht in einer prinzipiell feindlichen Welt, wo hinter jeder denkbaren Ecke Krankheiten lauern, um erbarmungslos zuzuschlagen. Da hängt dann doch einiges mit unserer persönlichen Hygiene und Lebensweise Zusammen (Immunsystem).
Ich betone nochmals, dass dies meine persönliche Einschätzung ist, die nicht verallgemeinert werden darf.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower@vtxmail.ch |