Sehr geehrter Herr Honegger
Obwohl Holzasche an sich ein guter mineralischer Düngestoff wäre, müssen wir heute zur Kenntnis nehmen, dass Asche - auch von unbehandelten Hölzern - zu einem Problemstoff geworden ist. Die schweizerischen Bodenschutzfachstellen verbieten das Ausbringen von Asche auf den Boden, weil alle Aschen zu viele Schwermetalle enthalten. Da die Böden bereits stark mit Schwermetallen belastet sind, wäre ein weiterer Eintrag des Schlechten zuviel. Auch wenn dieses Problem nicht vorhanden wäre, empfiehlt es sich aus folgenden Gründen nicht, Asche über die Kompostierung laufen zu lassen.
1) Asche hat einen hohen pH-Wert; die Reaktion ist basisch (alkalisch), was dazu führen kann, dass viel Stickstoff in Form von gasförmigem Ammoniak aus dem Kompost verloren geht. Ammoniak ist ausserdem ein Umweltgift.
2) Asche enthält, wie Sie erwähnen, viel Kalium und Calcium, so dass ein Kompost, wo sich ja die mineralischen Bestandteile wegen des Rotteschwunds anreichern, zu viel K und Ca enthalten, was bei der Anwendung des Komposts im Garten zur Blockierung anderer Nährstoffe führen kann.
3) Alle Aschen enthalten Zink, das die Holzpflanzen in ihrem relativ langen Leben im Körper eingelagert haben. Zink ist zwar lebensnotwendig, wird aber bei zu hoher Konzentration zum Problem und wird deshalb als eines der kritischen Schwermetalle mit definiertem Grenzwert eingestuft.
Wäre die eingangs erwähnte Ascheproblematik nicht vorhanden, würde man die Asche als dünne Schicht direkt bei kaliumbedürftigen Kulturen (Gehölze wie Beeren, Obstbäume etc. oder entsprechendem Gemüse) ausbringen.
Es bleibt Ihnen unter den heute gegebenen Umständen leider nichts anderes übrig, als die Asche als sogenannten Inertstoff zu entsorgen.
Wahrscheinlich haben Sie in Baden eine Separatsammlung via Kehrichtabfuhr; Auskunft gibt Ihnen die Verwaltung.
Mit freundlichen Grüssen
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower@vtxmail.ch |