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Zitrusfrüchte

23.11.2004 | kompostierbar - oder nicht

Kann ich Manderinen-,Zitronen- & Orangenschalen kompostieren?


Sehr geehrter Herr Schneiter
Selbstverständlich können Sie die Schalen von Zitrusfrüchten kompostieren. Wichtig dabei ist, dass Sie die Schalen wirklich gut zerkleinern (schneiden, reissen); je kleiner die Stücke desto schneller die Verrottung. Obstschalen enthalten von Natur aus allgemein viele Abwehrstoffe, damit sich der delikate Inhalt ungehindert durch Parasiten und "Mitesser" entwickeln kann. Die Schalen haben auch ein erstaunlich grosses Reparaturpotenzial. An den Schnitt- und Rissstellen (offene Wunden fehlt aber dieser Schutz und die Kompost-Mikroorganismen können richtig "zupacken" und es leuchtet ein, dass je kleiner die Stücke, desto mehr Angriffsflächen und desto rascher die Verdauung (der Abbau). Die Bedenken wegen allfälliger Pestizidrückstände sind unbegründet. Das reichhaltige Mikroleben im Kompost ist imstande, diese zu zerlegen und unschädlich zu machen. Eines ist allerdings wichtig: richtiges Kompostieren und nicht nur aufhäufen von Abfällen. Wenn Sie sich an die Regeln "zerkleinern - mischen - feucht halten und immer zudecken" halten, kann eigentlich nichts schief gehen. Als Ergänzung zum Zitrusschalenproblem - das eigentlich gar keines
ist.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer, Berater für Humuspflege und Kompostierung

Kompostlebewesen auf verschiedenen Kontinenten

23.11.2004 | Lebewesen beim Kompost

Meine heutige Frage betrifft die Zoologie des Kompostes. Wie entsprechen sich die Lebewesen in den verschiedenen Kontinenten? Sind sie in der Bestimmung oder "nur" in der Funktion identisch? Gibt es z.B. den Kompostwurm in den Staaten, in Asien, Afrika... und wie käme er dort in eine Oase, existiert er dort schon in irgendeiner Form und wartet auf seine Bestimmung, oder bildet er sich aufgrund einer optimalen Kompostzubereitung von selbst?


Sehr geehrte Frau Rieber
Was wir nach dem heutigen Stand des Wissens ausschliessen können, ist die Neubildung von höheren Organismen quasi aus dem Nichts, woran die Alten noch glaubten (creatio ex nihilo). Wahrscheinlich ist das auch bei den Einzellern (Mikroorganismen) so, denn es gilt allgemein die Überzeugung, dass eine Zelle nur aus einer bereits vorhandenen durch Zellteilung. Aber wer weiss,alles Wissen ist ja immer nur vorläufig. Die Verwandten unserer, hierzulande Eisenia foetida genannten Kompostwürmer sind weltweit verbreitet und werden z.B.in den USA in sogen. Earthworm-Farms massenhaft als Geflügel- und Fischfutterfutter oder -köder gezüchtet. Ob der Kompostwurm selbst in Oasen der Wüste auftritt ist mir leider völlig unbekannt; denkbar wäre es schon, denn kleine Tiere, oder deren Eier könnten ohne weiteres mit Vögeln als Transportvehikel verschleppt werden. Die Mikroorganismen und deren Dauerformen (Sporen) sind ohnehin ständig auf der Reise; sie werden mit dem Staub aufgewirbelt und weltweit verfrachtet. Es gibt keine Gegend auf der Erde, von der Tiefsee bis zu den Wolken, vom Nord- bis zum Südpol, wo keine Mikroben anzutreffen wären.

Da die Humifizierung der organischen Substanz weltweit seit undenklichen Zeiten funktioniert, sind wir zur Annahme berechtigt, dass die Prozesse auf jedem Niveau auch dieselben sein werden. Die Prinzipien des Lebens sind global; lokal gibt es höchstens graduelle aber nicht prinzipielle Unterschiede.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer, Berater für Humuspflege und Kompostierung

Beimischen von Häcksel

23.11.2004 | Kompostieranleitungen

Grüezi Hr. Balmer,
Ich habe diesen Herbst mit einem Thermokompost begonnen. Dabei habe ich
Gartenpflanzen zurückgeschnitten, etwas zerkleinert und mit etwas
Kompoststarter vermischt.Der Kompost ist nun zu 2/3 gefüllt. Ueber den
Winter werden aber nur Küchenabfälle anfallen. Reicht das regelmässige
durchmischen oder sollte ich auch Holzhäxel beimischen? Wenn Häxel
nötig sind, wo bekommt man sie preisgünstig?


Sehr geehrte Frau Geiser
Es ist auf jeden Fall besser, wenn Sie Strukturmaterial beimischen. Der Thermokomposter ist ja nur der Behälter, was darin geschieht bestimmen Sie und was auf keinen Fall geschehen darf ist Fäulnis, der zuverlässig allein mit Strukturmaterial beizukommen ist. Erkundigen sie sich im Werkhof Ihrer Gemeinde, ob Häckselgut besser: Schreddergut, erhältlich ist oder fragen sie einen Gärtner. Vielleicht gibt es in Ihrer Nähe ein Kompostierwerk, wo Sie vermutlich auch Strukturmaterial beziehen könnten. Bis Sie eine taugliche Quelle gefunden haben, könnten Sie sich mit Rindeneinstreu behelfen, wie sie für die Kleintierhaltung in entsprechenden Geschäften angeboten wird; aber bitte keine Hobelspäne verwenden.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer, Berater für Humuspflege und Kompostierung

Mäuse im Kompost

23.11.2004 | Lebewesen beim Kompost

Mein Kompostbehälter hat unten ein Loch.Nun haben sich Mäuse im Kompost eingenistet.Wie werde ich diese Tiere wieder los?


Sehr geehrte Frau Loretz
Gegenfrage: müssen Sie die Mäuse unbedingt loswerden? Erfahrungsgemäss stören Mäuse im Kompost eigentlich nicht; aber es gibt Menschen, die sich vor Mäusen ekeln oder fürchten, was ich selbstverständlich akzeptieren muss. Wenn man fleissig am Kompost arbeitet, in der obersten, der Abbauzone, stets alles gut durchmischt und häufig mit dem Gabelstiel an den Kompostbehälter klopft, fühlen sich die Mäuse in der Regel massiv gestört und verlassen den Kompost früher oder später. Manchmal ist auch die nicht ausreichende Feuchtigkeit der Rottemasse ein Grund, dass sich Mäuse im Kompost niederlassen.Wenn alles nichts hilft und Sie die Tierchen dennoch loswerden möchten, kommen Sie wohl nicht darum herum, den Komposter komplett zu leeren, alles kräftig zu durchmischen, wobei die Mäuse mit Sicherheit Reissaus nehmen werden, und dann die Rottemasse wieder im Behälter aufzusetzen. Wenn schon, kann es übrigens auch Mäuse im Kompost haben, wenn der Behälter unten kein Loch hat; dieses ist also kein zwingender Grund für das Einwandern der Pelztiere.
Falls Sie Mäuse, die in der Natur ja auch eine wichtige Rolle spielen, nicht zum vornherein als eklig empfinden, versuchen Sie, diesen Kreaturen gegenüber ein gewisses Mass an Toleranz zu zeigen. Nach meinen Erfahrungen lassen sich Mäuse selten definitiv im Kompost nieder; sie kommen und gehen
(meistens gehen sie) nach ihren eigenen Regeln.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer

grosse Mengen Buchenlaub

23.11.2004 | kompostierbar - oder nicht

Aus dem Garten meines Nachbarn fallen immer grosse Mengen Laub an,
u.a.die zähen Buchenblätter. Ist es ratsam, dies zu kompostieren oder
ist die Kehrichtabfuhr vorzuziehen ? Falls Kompost - müsste ein Beschleuniger beigegeben werden ?


Laub sollten wir auf keinen Fall über die Kehrichtabfuhr vernichten. Auch das relativ zähe Buchenlaub ist ein ausgezeichneter Humusspender. Versuchen Sie a) das Laub auf dem gewachsenen Boden dort liegen zu lassen, wo es nicht stört; bedecken Sie es mit halbreifem Kompost als Rottehilfe und um das Verwehen zu verhindern. Nehmen Sie b) das Laub mit dem Rasenmäher auf; dadurch wird es zerfetzt und bietet den Mikroben zahlreiche Angriffsmöglichkeiten. Ausserdem können Sie dieses geschredderte Laub viel besser mit allen anderen Komponenten im Kompost vermischen, worauf es ebenfalls zügig verrottet. Achten Sie dabei auf genügend Feuchtigkeit in der Rottemasse, sonst kommt der Prozess bald zum Stillstand; vorsichtig Wässern. Stapeln sie c) das Laub an einer trockenen Stelle, eventuell in offenen Säcken; wenn es verdorrt ist, lässt es sich mit Gabelschlägen oder "Daraufherumtrampeln" wirksam zerkleinern, beinahe pulverisieren. Bei viel Laub ist als Zuschlagstoff Hornmehl oder notfalls ein Kompost"beschleuniger" angezeigt, um den Stickstoffgehalt der Rottemasse zu erhöhen und die Rotte in Gang zu halten. In einem späteren Stadium der Verrottung, wenn der Abbau bereits abgeschlossen ist (die Masse ist einheitlich dunkelbraun) können Sie mit etwas Kalkmehl die vielleicht noch vorhandenen Gerb-Säuren neutralisieren. Es gilt einmal mehr: die Natur kennt keinen Abfall, der zu vernichten wäre! Auf der Internetseite www.kompost.ch können Sie übrigens ein Merkblatt beziehen, das speziell die
Laubkompostierung behandelt

Rindenbrand

02.11.2004 | kompostierbar - oder nicht

Kann man mit " Rindenbrand" betroffenem Holzhäcksel qualitativ
einwandfreien Kompost erhalten?


Es gilt wohl auch in diesem Fall der aus der Erfahrung hergeleitete Satz:
Bei sorgfältiger Bereitung ist der Kompost (Endprodukt) immer gesünder als
die Ausgangsmaterialien. Wir wissen aus der Forschung, dass sehr viele
Krankheitserreger (bei Pflanze, Tier und Mensch) bei sachrechter
Kompostierung (Heissrotte von mindestens 55°C, bei ausreichender
Feuchtigkeit des Rottekörpers) eliminiert werden. Das Stichwort lautet:
Sachgerechte Kompostierung; beim blossen Aufhäufen von organischen Abfällen
findet kaum eine Hygienisierung statt, im Gegenteil, viele Problemstoffe
werden konserviert und es entstehen gleich noch ein paar neue.

Zwar weiss ich nicht mit Sicherheit, ob der "Rindenbrand-Erreger" beim
sachgerechten Kompostieren vernichtet wird. Aber auf der Grosskompostierung
der Stadtgärtnerei Basel wird kaum entdeckt werden können, ob mit
Gartenabraum auch solch befallenes Holz geliefert wird. Irgendwelche
Probleme, die auf diesen speziellen Krankheitserreger zurückgeführt werden
könnten, sind in all den Jahren hingegen nie aufgetreten.

Kleintier-Einstreu

02.11.2004 | kompostierbar - oder nicht

Im letzten Beitrag ihres Kompostforums steht, Hobelspäne aus
Kleintiereinstreu seien kein Strukturmaterial und der Kompost vertrage
nur sehr wenig davon. Wiso, es handelt sich doch um Holz, also
großteils aus Zellulose und Lignin bestehendes Material, das auchnoch
gut zerkleinert ist und wie kann ich dafür sorgen, daß mein Kompost es
doch verträgt (Haushaltskompost und 15 m” Gemüsebeet)?


Wie Sie richtig feststellen, bestehen die Hobelspäne der Kleintiereinstreu
aus Zellulose und Lignin und Beides ist selbstverständlich unter bestimmten
Bedingungen biologisch abbaubar. Was heisst das überhaupt, "biologisch
abbaubar"? Es sind lebende Zellen (Mikroorganismen), die im vorliegenden
Fall durch AUSSCHEIDEN von zellulosespaltenden Enzymen den Zucker
zurückgewinnen, aus dem die Pflanze ursprünglich ihre Körpersubstanz
(Zellulose) aufgebaut hat. Der Zucker dient dann der Zelle zusammen mit
zahlreichen anderen Biomolekülen zum Bau- und Energiestoffwechsel. Selbst
die holzverzehrenden Termiten brauchen in ihrem Verdauungstrakt solche
Mikroorganismen, ohne die die Termite glatt verhungern müsste. Es sind nun
in erster Linie Aktinomyceten (Strahlenpilze, die eigentlich gar keine
Pilze, sondern stationäre, koloniebildende Bakterien sind), die Holz von der Oberfläche her abbauen. Auch die "richtigen" Pilze sind selbstverständlich am biologischen Abbau des Holzes beteiligt, weil sie ebenfalls über zellulosespaltende Enzyme verfügen; sie tun das aber verhältnismässig langsam und können dies, im Gegensatz zu den Aktinomyceten in recht trockener Umgebung tun. Und jetzt wird das Problem sichtbar! Sollen Hobelspäne zügig verrotten (bis zu Humus!) muss ihre Oberfläche
dauernd feucht sein. Feuchte, bzw. nasse Hobelspäne kleben aber sofort
aneinander und bilden mehr oder weniger kompakte Klumpen, die keinen
Gasaustausch mehr zulassen. Es herrscht in diesen Hobelspanaggregaten sehr
bald Sauerstoffmangel und die Tätigkeit der Aktinomyceten kommt zum
Stillstand, weil es obligatorische Aerobier sind (gedeihen nur unter
Anwesenheit von Sauerstoff). Wenn Sie also versuchen, die unbedingt nötige
lockere, den Gasaustausch fördernde poröse Struktur in Ihrem Kompost mit
Hobelspänen zu erreichen, geht das bei ausreichender Feuchtigkeit der
Rottemasse nicht. Sie brauchen zusätzlich Häckselgut, das infolge seiner
Beschaffenheit eine poröse Struktur im Rottegut erst ermöglicht. Je nach den übrigen Bestandteilen, die Ihr Kompost auch noch als Futter kriegt
(Reststoffe aus Küche, Haushalt und Garten, hier vor allem die frischen
(grünen), nährstoffreichen Bestandteile), überwiegt nun der Holzanteil
(kohlenstoffreiches Material) in Ihrem Kompost den stickstoffreichen Anteil
beträchtlich und es kommt wiederum zu einer verzögerten Rotte, weil sich die Mikroben nicht richtig entfalten können. Diesen Mangel können Sie mit
Hornmehl oder notfalls mit einem sogenannten Kompoststarter oder -beschleuniger ausgleichen.

Noch besser wäre es, wenn Sie anstelle der Hobelspäne, die ebenfalls im
Handel erhältliche Einstreu aus gehäckselter Rinde verwenden würden. Sie
bräuchten dann praktisch kein zusätzliches Strukturmaterial, um Ihren
Kompost in der Abbauzone luftig und locker zu halten. Ich hoffe, es ist mir gelungen, Ihnen mit diesen Ausführungen zu erklären, weshalb Hobelspäne kein Ersatz für Häckselgut sein können.

Wärme-Entwicklung

02.11.2004 | Düngung

Ich kompostiere ja schon lange, sehr gerne und bin mit dem Resultat
immer wieder begeistert und zufrieden. Meine Neugierde ist inbezug auf
die Temperaturentwicklung in der Rotte nicht befriedigt. Gibt es
irgendwelche Untersuchungen darüber? Menge des Kompostiermaterials,
Wasser, Aussentemperatur, ev. auch Arbeitsqualität, und und und ergibt
wann wieviele Grad Celsius. Ich freue mich auf Ihre Antwort.


Die Wärme bzw. Hitze, die sich beim Abbau der organischen Substanz im
Kompost entwickelt, ist ein Mass für die Aktivität der Sauerstoff
verbrauchenden (aeroben) Mikroorganismen in der Abbauphase. Der Grad der
Energiefreisetzung ist abhängig von:
- der Anzahl (Masse) tätiger Mikroben (genauer: thermophiler Mikroben; das
sind solche, die sich in der Wärme erst richtig entfalten);
- der Verfügbarkeit und Menge der Nahrung (genügend Angriffsflächen, "offene
Wunden"); dabei spielen leicht abbaubare Substanzen wie Zucker, Glycerin,
bestimmte Eiweissbausteine (Aminosäuren) eine wichtige Rolle;
- ausreichender Feuchtigkeit des Milieus (die rasante Vermehrung der
Mikroben verbraucht viel Wasser, das ausserdem durch die steigende
Temperatur auch noch aus der Rottemasse verdampft;
- ein ausgewogenes Kohlenstoff-/Stickstoff-Verhältnis, das theoretisch einen Wert um 40 herum haben sollte. Bei einer bunten Mischung aller
kompostierbaren Rohstoffe (weiches, nährstoffreiches (stickstoffreiches),
wasserhaltiges, rasch abbaubares Material gut gemischt mit hartem,
kohlenstoffreichem, langsam verrottendem Strukturmaterial (Häckselgut) ist
dieser Wert in den meisten Fällen erreicht;
- immer genügend Sauerstoff, d.h. ein lockeres, poröses Gemisch (ähnlich
einem Badeschwamm), das den Gasaustausch (Sauerstoff gegen Kohlendioxid)
ermöglicht.
Das sind im Prinzip die wichtigsten Bedingungen für das Zustandekommen einer Heissrotte (über 50 bis max. 68 °C). Daraus wird ersichtlich, dass eine kleine Menge, durch Rotteorganismen angreifbare organischer Substanz
höchsten zu einem kleinen "Strohfeuerchen" reicht, eine Temperaturerhöhung
also kaum feststellbar ist. Haben Sie jedoch einen, zwei Körbe voll von gut
zerkleinertem, gemischtem Material, sieht die Sache schon wesentlich anders
aus. In dieser Rottemasse sind Abbautemperaturen im Heissrottebereich
durchaus zu erzielen. Aber auch hier geht die Temperatur nach dem
"Festschmaus" allmählich zurück - und das ist auch der Moment, wo wir zur
Gabel greifen und die ganze Abbauzone wieder gründlich mischen und dabei
wenn nötig auch die Feuchtigkeit einregulieren. In der Regel steigt dann die Temperatur nochmals an, wen auch nicht mehr so hoch, wie in der
Initialphase. Sie können das immer wieder in Analogie zum Feuer sehen. Ein Reisighaufen brennt intensiv und entwickelt grosse Hitze, aber nur für kurze Zeit; wenn das Feuer in sich zusammengesunken ist, könne Sie rings um die Feuerstelle noch einige unverbrannte Teile in die Glut scharren, worauf das Feuer nochmals aufflackern wird. Entziehen Sie diesem Reisighaufen die Sauerstoffzufuhr, werden Sie mehr Rauch als Feuer erleben (Verkohlung, unvollständige Verbrennung). Wenn Sie jedoch ein langanhaltendes Feuer entfachen wollen, dann kombinieren Sie von Anfang an leicht brennbares (Reisig) mit langsamer Brennbarem. Auch hier sorgen Sie durch lockere Anordnung für immer genügend Sauerstoff. Und noch etwas: Feuer verzehrt das Holz immer von Aussen nach Innen; genauso bauen die Rotteorganismen die Substanzen von der Oberfläche her ab. Wenn Sie die "Arbeitsqualität" erwähnen, kann ich nur zustimmen. Es muss uns daran gelegen sein, beim Kompostieren zunächst einen hervorragenden Lebensraum für aerobe Mikroorganismen zu schaffen; das geht nicht ohne entsprechende Sorgfalt und Zuwendung. Alle übrigen Organismen, die auch im Kompost zu finden sind und die zu gegebener Zeit eine Aufgabe zu erfüllen haben, werden sich von selbst einstellen, wenn schon zu Beginn alles richtig gemacht wird.

Rasen kompostieren

04.10.2004 | Kompostieranleitungen

Ich möchte ausschl. Rasenschnitt von ca. 400qm Fläche kompostieren und
wollte dazu 3 Kammern anlegen, wobei ich den Kompost jedes Frühjahr in
die nächste Kammer umschichte. Dadurch erhalte ich hoffentlich nach 3
Jahren einen Kompost, den ich dann sieben und im Garten verwenden
kann.
Ist das sinnvoll und was muss ich dabei beachten?


Sehr geehrter Herr Thiele
Sie haben wahrscheinlich selber schon die Erfahrung gemacht, dass
frischer, auf einen Haufen zusammengeführter Rasenschnitt rasch
verdirbt. Die anfänglich guten Rottebedingungen (ausgezeichnetes
Mikrobenfutter, feuchtes Milieu, genügend Sauerstoff) verschlechtern
sich beinahe von Stunde zu Stunde: die rege Stoffwechseltätigkeit der
Mikroorganismen führt zu einer Erhitzung der Masse, das strukturlose
Gras fällt in sich zusammen ("Spinateffekt"), der Sauerstoffgehalt
nimmt rapide ab und kann, weil die Rottemasse zuwenig oder gar keine
Poren (Lücken) mehr hat, nicht nachfliessen. Das Resultat: eine
schmierige, stinkende, blau-schwarz-grüne Masse, d.h. ein
Fäulnisprodukt der übleren Sorte. So geht es also nicht, denn dieser
verdorbene Rasenschnitt wird auch im Laufe der Zeit nicht mehr zu
wertvollem Humus, es sei denn, Sie würden ihn in kleinen Portionen
einer richtig geführten Kompostierung beigeben.

Sie können, wenn der Platz dazu vorhanden ist, den Rasenschnitt in
einer höchstens 10 cm hohen Schicht ausbreiten und quasi sich selbst
überlassen. Falls es nicht andauernd regnet und die Schicht ständig
klatschnass ist, besteht praktisch keine Fäulnisgefahr. Im Gegenteil:
ein gewisser Anteil an der Schichtoberfläche wird austrocknen (Heu)
und dieser Mantel bildet so etwas wie eine Haut unter der sich die
natürlichen Rotteprozesse im natürlichen Rhythmus abspielen werden.
Das Material verrottet auf der Fläche; bei einem Rotteschwund bis zu
60% werden Sie am Ende kaum noch etwas finden. Die wenigen
Rotteprodukte ("Humus") kommen selbstverständlich auch nur dieser
Fläche zugute.

Falls auf Ihrem Grundstück auch Gehölzschnitt von Bäumen und
Sträuchern anfällt, wäre dieser in gehäckselter, besser:
geschredderter Form ein hervorragendes Mischmaterial für Ihren
Rasenschnitt. Sie könnten beide Komponenten zu etwa gleichen Teilen
intensiv vermischen und damit eine fachgerechte Kompostierung in die
Wege leiten, mit dem Vorteil, dass Sie innerhalb weniger Monate einen
guten Humuskompost erzeugen könnten, der sich auf den Boden Ihres
Grundstücks wohltuend auswirken würde.

Im weiteren können Sie den Rasenschnitt, wenigstens zum Teil, als
ausgezeichnetes Mulchmaterial verwenden, indem Sie ihn schleierdünn
auf Beeten, Rabatten und in Hecken verteilen. Man staunt immer wieder
welche Menge an Rasenschnitt auf diese Weise verwertet werden kann.

Fruchtfliegen

04.10.2004 | Kompostieranleitungen

Unser Kompost ist zugedeckt.Ein- bis zweimal pro Woche vermische ich ihn 
und füge etwas Steinmehl und Häcksel bei. Der Kompost ist auch ständig 
warm. Aber immer wenn man den Deckel offnet, kommt einem ein Schwarm 
Mücken entgegen. Wir haben Küchenpersonal die haben ein Horror vor dem 
Kompostkübel leeren. Was kann ich dagegen tun?


Sehr geehrter Herr Kempter,

Vor allem, wenn Sie Abfälle aus der Küche kompostieren, ist es wichtig, dass das Personal immer gleich etwa dieselbe Menge Häckselgut in den Komposter gibt und sofort mit der Gabel die oberste Zone gut durchmischt. Die Gabel und das Häckselgut sollte deshalb immer griffbereit neben dem Kompost stehen. Auch eine Prise Steinmehl schadet nicht, aber wenn Sie wollen, können Sie diese auch weiterhin nur einmal in der Woche beifügen. 

Einmal in der Woche können Sie das nicht mehr wettmachen, wenn die Woche über die biogenen Reststoffe einfach nur hineingekippt werden. Denn vor allem in der warmen Jahreszeit, vermehren sich die Fruchtfliegen dort inzwischen explosionsartig. Sie können sich innerhalb weniger Stunden vermehren!

Mit besten Grüssen,
Brigitte Bartha

Unkrautsamen im Kompost?

27.09.2004 | Kompostieranleitungen

Ich habe recht gute Erfahrung m Kompostieren. Ich arbeite mit einem guten Häcksler, zerkleinere somit alles und habe sicher eine gute Mischung des
Kompostgutes. Ich setzt den Kompost auch gut um. Mein Problem ist aber der Samen der Abfälle! Viel davon wächst dann halt wieder aus. Ich möchte aber doch auch Blumenstauden kompostieren, wie Margriten etc. Wie kann ich verhindern, dass der Kompostierungsprozess das Material so stark erhitzt, dass nicht alles wieder keimt, vor allem das Unkraut!
Gibt es da einen Trick?


Es ist die Wärme, bzw. Hitze im Kompost, die dazu führt, dass Samen entweder in der Rottemasse keimen (vor allem in den Randzonen, wenn auch dort
genügend Feuchtigkeit vorhanden ist) oder so geschädigt werden, dass sie nicht mehr keimfähig sind (vor allem in der Kernzone, wo bei richtiger
Rotteführung die grösste Hitze entsteht). Gekeimte oder geschädigte Samen sind naturgemäss keine Samen mehr und dementsprechend auch kein Problem
beim Anwenden des Komposts. Sie müssen also nicht verhindern, dass der Kompostierungsprozess das Material erhitzt, im Gegenteil! 

Ist die Rottemasse stets genügend feucht für eine optimale Tätigkeit der Mikroorganismen (sie sind es ja, die Wärme erzeugen). Ist die Rottemasse
genügend porös (mit Strukturmaterial durchsetzt),um die Mikroorganismen mit dem nötigen Sauerstoff zu versorgen? Wenden Sie die Regeln "zerkleinern -
mischen - feucht halten und immer zudecken" konsequent an?

Die Praxis lehrt, dass bei wirklich sorgfältiger Kompostierung mindestens 80% aller Sämereien inaktiviert werden. Was noch übrig bleibt kann in
der Regel mit geringem Aufwand an Jätarbeit bewältigt werden. Unter dieser Voraussetzung ist natürlich Ihr Wunsch, auch Blumenstauden zu kompostieren, ohne weiteres erfüllbar.

Geranien

27.09.2004 | kompostierbar - oder nicht

Meine Schwägerin hat mir letzte Woche gesagt, Geranien gehören nicht
zum Kompost. Warum, weiss sie allerdings auch nicht. Mir ist das zwar
unerklärlich und völlig neu. Stimmt das überhaupt und wenn ja,
weshalb?


Viele der "guten Ratschläge" zu Materialien, die man auf keinen Fall
auf den Kompost "werfen" , bzw. dort deponieren oder entsorgen sollte,
stammen aus dem Umfeld der falsch verstandenen Kompostierung. Wenn sie
sich an die Regeln "zerkleinern - mischen - feucht halten und immer
zudecken" halten, können Sie selbstverständlich auch Geranien
kompostieren. 
Das Ziel der richtig verstandenen Kompostierung ist, alle aus dem Lebendigen stammenden Stoffe, die als Reststoffe der Gartenpflege und des Hauhaltens anfallen, mit der Methode "zerkleinern - mischen - feucht halten und immer zudecken" durch die Kompostorganismen (hauptsächlich Mikroben) erfolgreich in wohltuenden Humus umwandeln zu lassen. Das geht nur - wie alle
Erfahrung zeigt - wenn man diesen Organismen eine "Werkstatt"
einrichtet, wo sie sich entfalten und ihre segensreiche Tätigkeit
ungestört vollziehen können. Das Geheimnis erfolgreichen, problemlosen
Kompostierens liegt letztlich darin, sich den Lebensprozessen
aufmerksam zuzuwenden, um Fehler bei der Kompostbereitung auszuschliessen.

Schnelle Rotte

14.09.2004 | Kompostieranleitungen

Ich habe vor kurzem von meinem Vater die Gartenarbeit übernommen, incl. 3 Gitter-Komposter. Dort werden Gras, Heckenschnitt, Birkenblätter und vom Nachbarn die unbeliebten Kastanienblätter kompostiert. Da der Herbst vor der Tür steht und der Inhalt der Komposter nicht spürbar weniger wird, bin ich auf eure Ratschläge angewiesen.

Ist es hilfreich, die Komposter komplett neu aufzubauen? D.h. Einen komplett entleeren, und dann jeweils eine Schicht Gras, mit 
Schnellkompster bestreuen, dann den nächsten Packen, wieder mit Schnellkomposter bestreuen u.s.w. Bringt das was auf lange Sicht? Oder was gibt es sonst noch um den Verrottungsprozes zu beschleunigen?


Laub rottet nur dann, wenn jedes einzelne Blatt mit einem dünnen
Wasserfilm bedeckt ist, weil die Rotteorganismensich auf trockenen Oberflächen nicht entwickelnund dementsprechend ihre Lebenstätigkeit (Abbauder organischen Substanzen) nicht entfalten können.

Kleinere Laubmenge (200-330 Liter), kann man es auf Reserve legen und dann fortwährend (z.B. wöchentlich) in kleinen Portionen (z.B. ca. zwei 10 l-Eimer voll) der laufenden Kompostierung beimischen.

Bei der eben geschilderten Methode ist die erwähnte Laubmenge bis spätestens im Frühsommer zusammen mit den anderen Komponenten im Kompost komplett verrottet. Noch schneller geht's, wenn man das Laub dort wo
es möglich ist, mit dem Rasenmäher aufnimmt. Dadurch werden die Blätter zerrissen und stark zerkleinert, was erstens eine hervorragendes Mulchmaterial für die Einwinterung des Gartens liefert und zweitens den Rotteprozess im Kompost merklich beschleunigt.

Bei grösseren Laubmengen lohnt es sich, im Herbst einen speziellen Laubkompost anzulegen. Eine Anleitung bietet das Merkblatt zum Laubkompostieren, zu finden in der Rubrik Info- und Werbemittel.

Grenzabstand

06.09.2004 | Sonstiges

Habe eine Frage betreffend Kompost unserer Nachbaren.

Wir haben unser Haus erst vor drei Jahren gebaut (vorher war es eine 
Wiese) Wie man so schön sagt "den letzten beissen die Hund" wurden von den Nachbaren alle Komposthaufen direkt an die Grenze gestellt. (wir sind umgeben von ACHT Komposthaufen /Abstand 3m zu unserem Haus). Vor rund einem Jahr wurden die letzten zwei genau vor das Schlafzimmerfenster gestellt. Wir haben mit Nachbarn gesprochen, dass das uns sehr stört und warum er den Ort gerade dort gewählt hat. Antwort des Nachbaren, er werde diesen nicht umstellen. Kompost war schon früher mal an diesem Ort. Es ist unmöglich, das Zimmer zu lüften. (kleine Fliegen, Kompost stinkt da er nur aus Rasen besteht). Gibt es irgend eine Regel betreffend Abstand ->Kompost Grenze. Habe mich im Internet versucht zu informieren, leider ohne Erfolg.

Gerne erwarte ich eine Antwort von Ihnen. Besten Dank.


Grüezi Frau Vögtli

Grenzabstandvorschriften gibt es keine für Komposthaufen in Gärten, allerdings den Nachbarschaftsartikel im ZGB:

Schweizerischen Zivilgesetzbuch (ZGB) vom 10. Dezember 1907
(Stand am 6. April 2004)

Art. 684 (Nachbarrecht)
1 Jedermann ist verpflichtet, bei der Ausübung seines Eigentums, wie namentlich bei dem Betrieb eines Gewerbes auf seinem Grundstück, sich aller übermässigen Einwirkung auf das Eigentum der Nachbarn zu enthalten.

2 Verboten sind insbesondere alle schädlichen und nach der Lage und Beschaffenheit der Grundstücke oder nach Ortsgebrauch nicht gerechtfertigten Einwirkungen durch Rauch oder Russ, lästige Dünste, Lärm oder Erschütterung.

Sie können Ihre Nachbarn auffordern lästige Gerüche zu vermeiden durch richtiges Kompostieren. Denn ein Kompost stinkt nicht, bzw. wenn's stinkt ist das ein Zeichen für ein ungepflegtes Bioabfalldepot anstelle eines Kompostes. Ein Kompost -nomen est omen- wird aus verschiedenen Zutaten zusammengesetzt: Rüstabfälle, Rasenschnitt, Laub, Holzhäcksel u.a. feine, saftige Grünabfälle (Küchenabfälle, Rasenschnitt) werden mit gröberen (Holzhäcksel, Stroh) gut gemischt damit im lockeren Kompost stets genügend Luft zirkulieren kann. Die Kompost-Mikroorganismen brauchen genügend Sauerstoff. Wenn die Luft fehlt tritt anstelle der gewünschten Kompostierung ein Fäulnisprozess mit übler Geruchsbildung (z.B. wenn nur Rasenschnitt aufgehäuft wird). Eine ausführliche Kompostieranleitung (KompostInfo) können Sie auf unserer Webside bestellen oder auf www.kompostberatung.ch einen virtuellen Kompostierkurs absolvieren.

Beste Grüsse

René Estermann 
Geschäftsstelle Kompostforum Schweiz

Gerüche im Sammelbehälter

06.09.2004 | Kompostieranleitungen

Ich würde gern einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und Bioabfälle in einem Extra-Behälter in meiner Küche sammeln, um diese später auf den Gartenkompost eines Bekannten zu werfen. Leider fällt bei mir nicht so viel Biomüll an, als dass es sich täglich lohnt den Sammelbehälter zu leeren. Dies führt dazu, dass sehr schnell unangenehme Gerüche entstehen. Um meine kompostierbaren Abfälle nicht wieder in den Restmüll geben zu müssen (eine Biotonne steht mir leider nicht zur Verfügung), hätte ich von Ihnen gerne einen Tip, wie ich die Geruchsentstehung weitgehend verhindern kann.

Vielen Dank im Voraus,
Stefan Trapp


Es liegt in der Natur der Sache begründet, dass sogenannte Küchen"abfälle" in einem dunklen, mit Deckel versehenen Behälter sehr rasch verderben, besser gesagt: verfaulen, weil sich unter diesen Umständen die "falschen" Mikroorganismen, die Fäulniserreger der Stoffe bemächtigen, dabei aber keinen Humus, sondern stinkenden "Grabenschlamm" produzieren. Sie können diesen Prozess wenn nicht stoppen so doch verlangsamen, wenn Sie als Sammelgefäss nicht
einen verdeckelten Eimer, sondern ein weite, offene Schale (Plastikgefäss) benützen. Erstens verdunstet daraus etliche Flüssigkeit (Mikroben entwickeln sich nur in feuchter Umgebung) und zweitens verhindert das Licht wenigstens an der Oberfläche eine mikrobielle Entwicklung.

Falls diese Lösung nicht in Frage kommt, besorgen Sie sich Häcksel- oder Schreddergut von Baum und Strauch (vielleicht gibt es davon ja bei Ihrem Bekanten) oder dann Rindeneintreu, wie sie in der Kleintierhaltung verwendet wird. Vermischen Sie dann Ihre gut zerkleinerten kompostierbaren Reststoffe laufend mit etwa gleichviel dieses Strukturmaterials in Ihrem Sammeleimer (dies kann mit einem alten Kochlöffel oder auch durch Schütteln des Eimers erreicht werden). Sie erhalten nun eine Mischung, die genügend Sauerstoff enthält und das Wachstum der Fäulniserreger praktisch verhindert; der richtige Rotteprozess startet also bereits in Ihrem Sammeleimer und der Inhalt macht dann später, im Kompost Ihres Bekannten, auch keine Probleme
(Belüftung ist beim Kompostieren von zentraler Wichtigkeit). Sie können das erwähnte Strukturmaterial ausserdem ergänzen durch Eierkartons und/oder die Kartonrollen vom Toilettenpapier. Beides reissen Sie in kleine Stücke und vermengen diese mit dem übrigen Inhalt.

Zuguterletzt: machen Sie den Weg zum Kompost Ihres hilfreichen Bekannten so oft als möglich, bevor das Futter, dass Sie seinem Kompost liefern, verdorben ist.

Ich hoffe, etwas zur Lösung Ihres Problems
beigetragen zu haben.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer, Berater für Humuspflege und
Kompostierung

Holzboxen

06.09.2004 | Kompostbehälter

Seit Jahren kompostiere ich mit zwei Drahtsilos, die ihre Dienste gut erfüllen, nur: als Zierde für den Garten empfinde ich diese Drahtgestelle nicht. In der neusten Migros-Magazin Ausgabe zum Thema Kompost sehe ich einen Holzbehälter, der mir gut gefällt. Wo ist dieser erhältlich? oder: Gibt es eine Bauanleitung für etwas ähnliches?

Herzlichen Dank für Ihre Antwort


Sehr geehrter Herr Fischer,
In "Archiv Fachartikel" finden Sie einen Artikel, in dem verschiedene Holzboxen beschrieben werden. Sie können auch im Kompostforum Shop in der Rubrik "Info-und Werbemittel" die Broschüre Kompostbehälter im Vergleich bestellen, darin sind Holzboxen im Vergleich zu anderen Kompost-Behältern beschrieben. 

Ich hoffe, Sie finden das Modell, dass Ihnen am besten zusagt. Im "Bezugsquellenverzeichnis" auf dieser Site finden Sie verschiedene Anbieter von Kompostbehältern und Kompostiersystemen, von denen Sie auch direekt Produktinformationen anfragen können.

Mit besten Grüssen,
Brigitte Bartha

Kaninchen-Mist und Hanfstroh

06.09.2004 | kompostierbar - oder nicht

Da ich mich sehr für Kompostieren interessiere und schon eine ganze
Menge zur Kompostierung auf unserem Land anwesend ist, möchte ich gerne wissen, ob Mist und Hanfstroh, welches bei den Kaninchen anfällt, beigefügt werden kann?


Ja, Sie können Kaninchenmist und Hanfstroh kompostieren. Prinzipiell gilt die Regel: Mist von Pflanzenfressern ja, Mist von Fleisch- oder
Allesfressern nein. Hanfstroh ist problemlos kompostierbar, es gehört zum "braunen" faserreichen Anteil der Kompost-Zutaten.

Mit besten Grüssen,
Brigitte Bartha,
Geschäftsstelle Kompostforum Schweiz

Asche nicht kompostieren

06.09.2004 | kompostierbar - oder nicht

Früher durfte man die Asche kompostieren (Chemineeholz etc.) und warum ist diese jetzt aufgeführt unter nicht kompostierbar? Danke für die Antwort.


Sehr geehrte Frau Frick,

Der Grund liegt im Schwermettall-Gehalt der Asche. Untersuchungen haben gezeigt, dass Holz, das heute verbrannt wird und in den letzten 50 Jahren gewachsen ist, grosse Schwermetall-Frachten enthalten kann. Da Schwermetall nicht verbrennt, wird es in der Asche akkumuliert, das heisst stark konzentriert. Wenn man also Asche kompostiert, sammelt man möglicherweise in konzentriertem Masse Schwermetalle am Komposthaufen, bzw. im eigenen Garten an. 

Mit besten Grüssen,

Brigitte Bartha,
Geschäftsstelle Kompostforum Schweiz

Immergrüne Thuja kompostieren

01.09.2004 | kompostierbar - oder nicht

Hallo Herr Balmer,
Kann man immergrüne Thuja, die geschnitten und gehäckselt  wurde, (ich habe ca. 6 m3 gehäckselt) kompostieren? Soviel ich weiss, ist dies nur schwer abbaubar.
mit freundlichen Grüssen Otto Pfluger


Sehr geehrter Herr Pfluger

Selbstverständlich können Sie gehäckselten Thuja kompostieren. Thuja widersetzt sich nur dann einer zügigen Verrottung, wenn er nicht sorgfältig zerkleinert ist. Verwenden Sie dieses Häckselgut fortlaufend zum Mischen mit anderen Kompost-Rohstoffen; bald fällt ja auch schon wieder der erste Rasenschnitt an, dann ist man noch so froh, wenn genügend Strukturmaterial zum Mischen vorhanden ist.

Falls der Thuja-Häcksel beim Aufbewahren zu "verschimmeln" beginnt, ist das kein Anlass zur Sorge, sondern normal. Durch das Zerkleinern haben Sie die Verrottung gewissermassen schon eingeleitet; sie kommt aber bei zu geringer Feuchtigkeit des Materials zum Stillstand. Mikropilze sind da genügsamer und können sich dann noch eine Weile ungehemmt weiter vermehren.
Wenn Ihnen der Häckselhaufen doch zu gross ist, können Sie damit auch einen speziellen Kompost anlegen. Weil aber bei dem grossen Holzanteil das Kohlenstoff-Stickstoffverhältnis zu weit ist, mischen Sie pro Kubikmeter ca. 2 kg Hornmehl unter. Kuh- oder auch Kleintiermist wäre eine andere Möglichkeit; Mischungsverhältnis etwa 2 Teile Häcksel, 1 Teil Mist. Eine dritte Möglichkeit wäre viel frisches, gut zerkleinertes Grünmaterial, wie z.B. Rasenschnitt, aber davon gibt es leider zur Zeit noch nicht allzu viel. Empfehlenswert ist ausserdem der einmalige Zuschlag von 2-3 Kg Urgesteinsmehl pro Kubikmeter Häckselgut.

Falls Sie den Thuja-Häcksel separat kompostieren, achten Sie auf genügende Feuchtigkeit des Haufens (feucht wie ein ausgedrückter Schwamm). Da dieser Haufen mit Sicherheit heiss wird (was die Verrottung des Thujas sehr beschleunigt), wird er viel Wasser durch Verdunstung verlieren: wöchentlich kontrollieren und wenn nötig Nachfeuchten. Setzen Sie den Haufen ca. alle 3 Wochen um, indem Sie ihn mit der Gabel kräftig durchschütteln und neu aufsetzen. So erhalten Sie gleichzeitig Einblick in den Fortschritt der Verrottung. Wenn Sie sich die Zeit nehmen, um diesen Thuja-Kompost gut zu pflegen, d.h. durch mischen (umsetzen), feucht halten und immer zudecken, die Rotte zu optimieren, werden Sie in 10-12 Wochen mit einem guten Kompost belohnt, den Sie bedenkenlos im Garten zur Bodenbedeckung (Mulch) verwenden können.
Noch etwas: verwenden Sie niemals weder frisch gehäckselten Thuja noch anderes Holz zur Bodenbedeckung im Garten. Es laufen "falsche" Prozesse ab, die zu einer Übersäuerung des Bodens führen können. Auf der Erdoberfläche herrschen ja bei weitem nicht solch ideale Verhältnisse wie im Kompost!

Nun hoffe ich, dass diese Ratschläge zur Lösung Ihres Problems beitragen werden.

Mit freundlichem Gruss Hans Balmer, Kompostberater

Was gehört in den Kompost und was nicht

19.07.2004 | kompostierbar - oder nicht

Sehr geehrter Herr Balmer
Wir haben in unserem Wohnblock einen Grünabfall bzw. Kompost. Es gab mehrere Diskussionen, was eigentlich drin gehört oder anderenfalls nicht. Unser Abwart hat diesen geschlossen und wir können nichts mehr tun. Können Sie bitte mir die Liste schicken, was alles kompostierbar ist. Für die prompte Erledigung danke ich Ihnen schon im voraus. 
Freundliche Grüsse Sanja Kovacevic


Sehr geehrte Frau Kovacvic
Die Grundidee des Kompostierens ist, alle biologisch-organischen Reste, die in einem Haushalt oder Garten anfallen, in Form von Humus in den Naturkreislauf zurück zu führen. Die Natur produziert keinen Abfall! Kompostieren ist dementsprechend keine Abfallverwertung - und hier beginnt für viele Menschen das Problem: sie sind der Meinung man könne die "Küchen- und Haushaltabfälle" einfach auf einen Haufen schmeissen oder auf dem Kompost deponieren, entsorgen ,und damit sei schon alles erledigt. Das ist ein leider weitverbreitetes Missverständnis.
Um es zu wiederholen: was bei der Zubereitung unserer Nahrung und bei der Pflege des Gartens zurückbleibt ist kein Abfall, sondern Futter für eine Unzahl von zur Hauptsache mikroskopisch kleinen Lebewesen, die seit Urzeiten ständig damit beschäftigt sind, aufzuräumen und gleichzeitig das Weiterbestehen des Lebens zu ermöglichen.
Kompostieren ist also Nahrungszubereitung für Mikroben. Diese brauchen: - Nahrung = unsere gut zerkleinerten Reste aus Küche, Haushalt und Garten (Mikroben können nur dort angreifen, wo Verletzungen, offenen Wunden vorhanden sind - alles was lebt muss sich gegen biologischen Abbau schützen);
- Sauerstoff; dieser ist bei nicht sachgemässer Pflege des Komposts rasch aufgebraucht. Die Folge ist, dass das Material nicht mehr geruchlos verrottet, sondern verfault. Fäulnis ist immer schlecht; sie stinkt, lockt unerwünschte Insekten an und liefert überhaupt keinen Humus, sondern "Grabenschlamm" mit giftigen Inhaltstoffen. Nur eine lockere Rottemasse enthält genügend Luft (Sauerstoff) und verhindert Fäulnis. Eine gut durchlüftete, lockere Rottemasse können wir nur erzielen, wenn wir unsere gut zerkleinerten Reste des weichen, wasserhaltigen, nährstoffreichen Materials laufend mit etwa gleichviel Strukturmaterial = Häckselgut von Baum und Strauch vermischen. Ich habe unzählige "Komposte"saniert, bei denen versucht wurde, ohne Strukturmaterial zu kompostieren; es geht nicht. Achtung! Einstreu aus der Kleintierhaltung (Hobelspäne, Sägemehl etc.) ist kein Strukturmaterial. Ein Kompost verträgt nur sehr wenig von solchem Material. Zum Mischen braucht es eine sogen. Mist- oder Kompostgabel (4 dünne Zinken, lan
- Feuchtigkeit. Alles Leben ist an Wasser gebunden. Das gilt ganz speziell auch für die Rotteorganismen; Mikroben können sich nur in einem feuchten Milieu entwickeln. Der Kompost muss feucht gehalten werden und das Wetter ist dabei ein sehr unzuverlässiger Partner. Die richtige Feuchtigkeit der Rottemasse (feucht, wie ein ausgdrückter Schwamm) ist nur gewährleistet, wenn man sich darum kümmert;
- Dunkelheit. Die Kompostorganismen sind Bodenlebewesen, sind lichtscheu und lichtempfindlich, deshalb muss der Kompost ist immer zugedeckt sein. So wird auch verhindert, dass er unkontrolliert vernässt. Nässe verdrängt die Luft aus der Rottemasse, Fäulnis ist die Folge.
Aus alledem leiten wir vier "goldene" Regeln für das erfolgreiche Kompostieren ab: zerkleinern - mischen - feucht halten und immer zudecken. Es wird aber auch ersichtlich, dass Kompostieren mit einwenig Arbeit und Aufmerksamkeit verbunden ist. Gerade bei einer Gemeinschaftskompostierung muss dafür gesorgt sein, dass alle, die den Kompost benützen, am gleichen Strick in die gleiche Richtung ziehen. Ausserdem sollte eine Person bestimmt werden, die im Turnus für eine gewisse Zeit die Kontrolle über den Kompost ausübt.
Wenn sich alle an die Regeln "zerkleinern - mischen - feucht halten und immer zudecken" halten und den Kompost nicht einfach als bequeme Entsorgungsstelle für "Küchenabfälle" missbrauchen, kann eigentlich nichts schiefgehen. Begrüsssens- wert ist es natürlich, wenn man eine kompetente Kompostberatung im Rücken hat.
Aber eigentlich wollten Sie von mir ja nur eine Liste von dem was kompostierbar ist. Nun, diese Liste würde sehr lang (in Fachbüchern füllen sie ganze Seiten), denn grundsätzlich ist alles kompostierbar, was aus der lebendigen Natur stammt - es kommt nur darauf an, wie man damit umgeht. Das versuchte ich Ihnen oben zu vermitteln. Die beste Liste nützt nichts, wenn man sich falsch verhält.
Wenn Sie die Kompostierung wieder aufnehmen können (dürfen), sollte die Kompostgemeinschaft sich am besten daraufhin einigen, dass vorläufig nur rohes pflanzliches Material zur Kompostierung gelangt. Also keine Speisereste, kein Brot, kein Fleisch und Käse. Zwar lassen sich alle diese Reste problemlos kompostieren, wenn man weiss wie. Aber dieses know how kann man als Kompostberater nur an Ort und Stelle vermitteln.
Kompostieren beginnt damit, dass man sich bewusst wird, dass die organisch-biologischen Reste, die beim Haushalten anfallen, Nahrungsmittel für die Kompostorganismen sind. Und weil "Bakterien keine Zähne haben" muss alles zerkleinert werden - wie für Fruchtsalat.
Nun hoffe ich, dass Sie und Ihre Nachbarn einen neuen Start wagen können. Gerne schicke ich Ihnen unser tausendfach bewährtes Merkblatt, wenn Sie mir mitteilen, wohin ich das schicken soll.
Mit allen guten Wünschen für GUT KOMPOST verbleibt Hans Balmer, Kompostberater

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