Menu

Fragen

Viele Fragen in unserer Sammlung wurden durch den mittlerweile verstorbenen Hans Balmer beantwortet. Das Team der Geschäftsstelle nimmt Ihr Anliegen gerne entgegen. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Suche zurücksetzen
Nasser und stinkender Komposthaufen

28.08.2009 | Kompost-Anwendung

Mein letztjähriger Komposthaufen ist nass saftet unten heraus und riecht
übel,was kann ich machen?
danke für Ihre Antwort.


Sehr geehrte Frau / sehr geehrter Herr Syfrig 
Um ein Bild zu gebrauchen: es ist natürlich schlimm, am Ende des Kochprozesses festzustellen, dass die Mahlzeit ungeniessbar ist, weil einige grundlegende Regeln entweder nicht gewusst oder nicht berücksichtigt wurden.
So etwa ist es also Ihrer "Kompostierung" ergangen. Sie haben keinen wohltuenden Kompost erzeugt, sondern übelriechenden "Grabenschlamm", den Sie auf gar keinen Fall ins Erdreich überführen dürfen, weil er giftige und krankmachende Stoffe für Boden und Pflanzen enthält, die sich bei einer ordentlichen Verrottung niemals gebildet hätten. Prinzipiell kann man einen missratenen "Kompost" zwar noch retten, aber dies ist eine recht schwere und schweisstreibende Arbeit, denn man muss die verdorbene Substanz portionenweise mit viel Häckselgut von Baum und Strauch intensiv vermischen, damit Sauerstoff an das Material herankommt, die sauerstoffzehrenden Mikroben langsam die Oberhand gewinnen und die Fäulniserreger und deren schlechte Zwischenprodukte verschwinden. Um eine gute Durchmischung mit Strukturmaterial zu gewährleisten, muss das klumpige Material aber mit der Gabel breit geschlagen und in kleine Brocken aufgeteilt werden. Das so gerettete Rottematerial können Sie entweder auf einen Haufen schichten oder wieder in einen Kompostbehälter geben. In beiden Fällen muss durch Zudecken einer neuerlichen Vernässung durch Niederschläge vorgebeugt werden. Falls Sie diese Arbeit nicht leisten wollen oder können, bleibt noch die Lösung, das verdorbenen Material an einer geeigneten Stelle im Garten (schattig, vor Niederschlag geschützt) auf einen flachen Haufen auszubringen, wobei Sie lagenweise dürres Laub (falls vorhanden), dürren, stengeligen Gartenabraum, in Notfall trockenen Rindenmulch auflegen. Das Material wird dann ein bis zweimal im Monat sorgfältig umgeschichtet; so wird bis zum nächsten Frühling als Bodenbedeckung bei ausdauernden Pflanzen (Sträucher, Beeren, Bäume etc.) tauglich sein.

Versuchen Sie in Zukunft sachgerecht zu Kompostieren. Dies gelingt durch Einhalten der Regeln "zerkleinern - mischen - feucht halten und immer zudecken" mit grosser Garantie. Kompostieren bedeutet: einen Lebensraum schaffen für die nützlichen Mikroorganismen und Kleintiere, die an der Umwandlung der organischen Substanz zu Humus massgebend beteiligt sind. Um eine lockeres, poröses Milieu zu schaffen, ist Häckselgut von Baum und Strauch unabdingbar. Ausserdem ist dafür zu sorgen, dass das Milieu genügend feucht (nicht nass!) ist; wie ein ausgedrückter Schwamm. Das Wetter ist dabei ein sehr unzuverlässiger Partner, deshalb decken wir den Kompost mit einem zuverlässigen Licht- und Regenschutz immer zu und sorgen mit wöchentlicher Kontrolle und gegebenenfalls Korrektur selber für die sehr wichtige Feuchtigkeit im Kompost. Sachgerechtes Kompostieren ist nicht abhängig von irgend einer Art Kompostierer (Kompostbehälter). Was immer Sie benützen, die Regeln bleiben stets dieselben. Beim sachgerechten sorgfältigen Kompostieren entstehen keinerlei üble Gerüche und es bildet sich auch kein Sickersaft. Leider wird Kompostieren sehr oft als "Aufhäufen von organischen Abfällen aus Garten, Küche und Haushalt" missverstanden.
Ihre persönliche Erfahrung hat Sie aber gelehrt, dass dies so nicht funktioniert.

Ich schicke Ihnen mit gewöhnlicher Post noch das Merkblatt "Kompostieren", in dem Sie alles kurz und bündig und reich illustriert erläutert finden.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Kleintierwelt im Kompost

28.08.2009 | Lebewesen beim Kompost

Hallo
ich bin in der 12 klasse und muss eine Facharbeit über die Zusammensetzung
der Kleintierwelt in einem Kompost schreiben
Nun wollte ich fragen ob sie mir einige Informationen über Tiere und ihre
Funktion im Kompost geben könnten?das wäre sehr nett und hilfreich
Danke schon mal im Voraus
Julia Wallerus


Liebe Julia
Sie haben sich ein sehr weitläufiges Thema ausgesucht, denn 1) ist die Zusammensetzung der Kleintierwelt nicht in jedem Kompost dieselbe und 2) wechselt diese Zusammensetzung je nach dem Umwandlungsgrad der organischen Substanz. Ich kann Ihnen höchstens einen allgemeinen, groben Überblick geben. Die Hauptbiomasse der Organismen im Kompost stellen, ausser den Kompostwürmern (Eisenia foetida), ohnehin die Mikroorganismen (Bakterien, Strahlenpilze [Aktinomyceten], Pilze) dar. 

- Wenn wir die tierischen Mikroorganismen (Amöben, Geissel- und Wimpertierchen, allesamt Einzeller) ebenfalls zur Kleintierwelt zählen wollen, dann müssen auch diese erwähnt werden. Sie ernähren sich hauptsächlich von Bakterien und organischem Detritus (winzige schlammbildende Flocken, die aus dem Abbau der organischen Substanz stammen).

- Schlauchwürmer (Nemathelmintes): 
a) Rädertiere (Rotatoria); 
b) Fadenwürmer (Nematoden)

- Gliederfüssler (Arthropoda): 
a) Asseln (Isopoda); 
b) Spinnentiere (Arachnida); Spinnen, Afterskorpione (Pseudoskorpiones), Milben (Acarina);
c) Vielfüssler (Myriopoda): Hundertfüssler (Chilopoden) mit einem Beinpaar/Körpersegment; Tausendfüssler=Doppelfüssler (Diplopoda) mit zwei Beinpaaren/Körpersegment [Schnur- und Bandfüssler]; 
d) Insekten: Urinsekten, Springschwänze (Collembola); diese sind, wie gewisse Milben, zeitweise in riesiger Zahl (Zehntausende) im Kompost anzutreffen; diverse Larven von kleinen, mittleren und grossen Käfern; am auffallendsten der Rosenkäferengerling, als Recycler von totem, morschem Holz sehr wichtig überall in der Natur. Diverse Larven von Fliegen und Mücken (vor allem Haarmücken- und Schnakenlarven). Ameisen; können einen Kompost besiedeln und sich darin stark vermehren.

- Ringelwürmer (Annelida): Enchyträen (4-40 mm lange, schlanke meist farblose bis gelbliche und fast völlig durchsichtige Würmer; Kompost- oder Mistwurm (Eisenia spec.); der rote Kompost- oder Mistwurm kann zeitweise [je nach Abbaugrad der organischen Substanz] in vielen hundert Exemplaren aller Alterstufen angetroffen werden.
In unsorgfältig gepflegten, vernachlässigten Komposten kommen überdies auch Schnecken, Mäuse und u.U. sogar Ratten vor.

Alle Mikroorganismen, Klein- und Kleinsttiere sind am Umbau der organischen(aus dem Lebendigen stammenden) Substanz zu Humus beteiligt. 
Es herrscht ein Nahrungsnetz in dem alle gemäss dem Naturgesetz von Geben und Nehmen voneinander abhängen. Die Kleintiere sind in erster Linie Zerkleinerer und Wühler (z.B. Asseln, Diplopoden) und schaffen so die Voraussetzungen für die Tätigkeit der Mikroorganismen. Ausserdem verbreiten sie durch ständiges Herumwandern in den Hohlräumen (Poren) Pilzsporen und tragen so zu Wachstum und Verbreitung der wichtigen Mikropilze und Aktinomycten bei (z.B. Collembolen, Milben). Für viele Kompostorganismen, die selbstverständlich auch in der freien Natur vorkommen und dort die gleichen Aufgaben erfüllen, ist die abgestorbene organische Substanz (pflanzlich und tierisch) die einzige Nahrungsquelle - die Natur kennt keine Abfälle; alles was lebt wird früher oder später zu Nahrung und schliesslich zu Humus, als Voraussetzung für alles Leben auf der Landfläche der Erde.

Die Ausscheidungen der Klein- und Kleinsttiere sind entweder direkt Pflanzennährstoffe oder werden durch die Tätigkeit von Mikroorganismen zu solchen. Einige der Tiere sind Räuber (z.B. bestimmte Fadenwürmer, Spinnentiere [Milben], Hundertfüssler, bestimmte Käferlarven) und tragen so zum ökologischen Gleichgewicht und zur ökologischen Vielfalt bei. Im Darm der Kleintiere, vor allem der Ringelwürmer entsteht der überaus wichtige Ton-Humuskomplex falls die Voraussetzungen dazu beim Kompostieren geschaffen werden. Der Ton-Humuskomplex, eine innige Verbindung organischer mit mineralischen Bestandteilen (Tonmineralien), wird als wichtigster Bestandteil für die Fruchtbarkeit und Gesundheit von Kulturböden betrachtet.

Ich hoffe, Ihnen mit diesem kurzen Abriss ein wenig weitergeholfen zu haben; für nähre Details kommen Sie um eigene Recherchen kaum aus. Aber das ist ja gerade das Spannende dabei...

Ich wünsche Ihnen Erfolg mit der Facharbeit.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung
micropower[at]vtxmail.ch

Würmer im Abfallsack

05.08.2009 | Lebewesen beim Kompost

Sehr geehrter Herr Balmer

Ich stelle meinen Abfall jeweils auf den Balkon. Die üblichen 35 Liter
Abfallsäcke. Letztens hatte ich 3 Abfallsäcke auf dem Balkon. Als ich heute
morgen den Balkon gewischt habe, entdeckte ich so kleine Würmer mit
weissbeiger Farbe unter diesen Säcken. Es waren etliche.. Alle waren etwa
5mm-1cm gross.. Ich habe dann sofort alle Würmer getötet. Und dann meine
Abfallsäcke in den nahestehenden Kompost getan. 

Meine Fragen:
-Was sind das für Würmer? 
-Was kann man tun, damit sie nicht mehr auftauchen?
Ich habe ja immer meinen Abfall im Balkon draussen, aber sowas sah ich noch
nie..
-Kann es sein, dass es damit zusammenhängt, dass ich diesesmal Resten von
mehreren Esswaren (z.B.: Kartoffelstock) drinnen hatte?

Freudliche Grüsse Herr Zanelli


Sehr geehrter Herr Zanelli
Zunächst einmal: Abfallsäcke gehören selbstverständlich nicht in den Kompost, ob in Ihren eigenen oder einen fremden! In den Kompost gehören ausschliesslich natürliche, organische Reststoffe aus Küche, Haushalt und Garten und kein allgemeiner Haushaltabfall.

Zu den "Würmern": es ist schwierig, ohne genau Beschreibung oder einem Bild zu sagen, welche Tiere sich da unter Ihren Abfallsäcken tummelten. Jedenfalls ist deren Anwesenheit darauf zurückzuführen, dass Sie Speisereste im Abfallsack entsorgten. Weil die lebendige Natur keinen Abfall, sondern nur Nahrung kennt, ist es vollkommen natürlich, dass die Speisereste von Mikroorganismen und Kleintieren, z.B. auch Fliegenlarven, sogenannten Maden, besiedelt werden. Gewisse Fliegen entdecken solche Nahrungsquellen sehr schnell und legen dann auch ihre Eier dort ab. Wenn die Abfallsäcke nur das enthalten, was tatsächlich in den brennbaren Abfall gehört, sind solche Erscheinungen nicht zu befürchten. Versuchen Sie also bald möglichst, Ihre kompostierbaren Reststoffe (Küchen"abfälle") getrennt zu sammeln und einer Kompostierung oder Vergärung zuzuführen. Wahrscheinlich gibt man Ihnen bei der Gemeindeverwaltung Auskunft, wie das geschehen kann.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Schimmlige Karotten im Kompost

05.08.2009 | kompostierbar - oder nicht

Sehr geehrter Herr Balmer!

Ich bekomme regelmäßig größere Mengen Karotten (Möhren) für meine Kaninchen.
Leider sind des öfteren verschimmelte Karotten darunter. Schwarze Flecken
und Schimmelsporen!Da ich die Komposterde für meine Gemüsebeete verwende,
wollte ich fragen ob ich verschimmeltes Obst/Gemüse in den
Kompost(Thermokompost) geben darf. Natürlich möchte ich mir keine
Krankheiten in mein Gemüsebeet einschleppen!
Können überhaupt Pilzkrankheiten am Gemüse durch solche Schimmelpilze
entstehen? 

Ansonst bin ich mit meinem Kompost sehr zufrieden.
Meist verrottet er schneller als ich nachlegen kann. Allerdings pflanze ich
heuer Kürbis im Kompost was das umstechen sehr erschwert. 

Ich würde mich über eine Antwort Ihrerseits freuen und verbleibe mit
freundlichen Grüßen

Wolfgang Kummer


Sehr geehrter Herr Kummer
Die Natur hat eine sehr grosse Selbstheilungskraft, sonst hätte ich das Leben, zum Trotz aller Parasiten und Krankheitskeime, niemals so entwickeln können, wie dies offensichtlich der Fall ist. Zahlreiche Untersuchungen an Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten haben noch und noch gezeigt, dass bei sorgfältiger Kompostierung, die auch mit erheblicher Wärmeentwicklung (mindesten 40-50 °C) verbunden ist, praktisch alle Krankheitskeime und Parasiten entweder vollständig oder bis zur Bedeutungslosigkeit neutralisiert werden. Dies in erster Linie durch die Übermacht der nützlichen Mikroorganismen, die den Pathogenen die Nahrungsgrundlage entziehen, sie an der Vermehrung hindern oder gar durch sogenanntem Antiphythopathogene vernichten. Dies geschieht aber nur bei sorgfältiger, aerober Kompostierung, bei der in keinem Stadium der Verrottung Fäulnis auftritt. 
Im Fall Ihrer Möhren empfehle ich Ihnen, die Unbrauchbaren in einem Blecheimer oder einer Holzkiste mit einem geschärften Spaten in wirklich kleine Stücke zu zerhacken, diese dann mit einer entsprechenden Menge Strukturmaterial (Häckselgut von Baum und Strauch) gut zu vermischen und die Mischung im Kern der obersten Zone Ihres Kompost einzubringen. Vielleicht müssen Sie durch kurzes Überbrausen noch die richtige Feuchtigkeit einstellen. An dieser Stelle ist die biologische Aktivität am grössten und Sie können schon nach zwei, drei Tagen feststellen, dass von den Möhren nichts mehr vorhanden, d.h. die "Möhrensubstanz" bereits umgewandelt ist. Durch diese Zuwendung zum Kompost tragen Sie entscheidend zur Hygienisierung oder mit anderen Worten, zur Selbstheilungskraft der Rotte bei und müssen nicht befürchten, dass Sie beim Ausbringen des Komposts Krankheiten im Garten verteilen. Im Gegenteil: sachgerecht hergestellter, qualitativ einwandfreier Kompost trägt seinerseits zur Selbstheilungskraft des Bodens bei, was sich unmittelbar auf das Wohlergehen von Pflanze, Tier und Mensch auswirkt.

Der weit verbreitete Brauch, Kürbis oder Zucchini auf den Kompost zu pflanzen, ist nach meiner Auffassung eine Unsitte, ein Missbrauch. Der Kompost gehört nicht dem Gärtner, der Gärtnerin sondern dem Boden. Natürlich gedeihen solche Pflanzen im Kompost prächtig, eigentlich zu prächtig und entziehen ihm wertvolle Nährstoffe, Mineralien und Spurenelemente, die eigentlich ins Erdreich gehören. Sie können solche Pflanzen ohne weiteres mit Kompost ziehen, indem Sie ein entsprechendes Pflanzloch ausheben, dieses mit einem Eimer Kompost füllen und die Pflanzen dort einsetzen. Sie müssen dann nicht noch eine Saison warten, bis Sie den Kompost endlich im Garten verwenden können; ein Kompost der eine viel bessere Qualität hat als nach der Kultur von Kürbis etc. Dies wollte ich Ihnen noch zum Bedenken geben.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Kompostsilo

28.07.2009 | Kompost-Anwendung

Ich habe die frage wie ist der beschreib eines kompostsilos? ich breuchte es
für die schule.
Florian Bruderwies


Lieber Florian
Ich weiss, ich bin etwas arg im Verzug mit meiner Antwort und hoffe, dass Du sie immer noch gebrauchen kannst.
Ein Kompostsilo ist ein runder oder viereckiger Behälter aus Drahtgeflecht, Kunststoff oder Holz, in dem man organische Reststoffe aus Küche, Haushalt und Garten kompostieren kann. Das Kompostieren erfordert ein paar Grundkenntnisse, wenn es nicht misslingen soll. Die wichtigsten Regeln für erfolgreiches, problemloses Kompostieren sind: "zerkleinern - mischen - feucht halten und immer zudecken". Tipp: gehe mal mit dem Wort "Kompostsilo"
googeln und Du findest zahlreiche Angaben zu handelsüblichen Kompostbehältern oder eben Kompostsilos.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Kompostierbare Säcke

28.07.2009 | Zubehör

guten Tag. Wo kann ich kompostierbare Säcke 140 Liter in der Schweiz kaufen.
Danke für Ihre Antwort
lg Anita Kummer


Sehr geehrte Frau Kummer
Eine Möglichkeit, grosse, kompostierbare Säcke zu kaufen, finden Sie hier www.kaiserkraft.ch

Ich hoffe, dass Ihnen dieser Link weiterhilft.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Thermokomposter auf dem Balkon

28.07.2009 | Kompost-Anwendung

Ich würde gerne einen Thermokomposter auf meinem großen Balkon in Betrieb
nehmen. Ist das möglich, ohne dass man sich auf dem Balkon gleichzeitig
davon belästigt fühlt (Geruch, Fliegen)? Der Balkon ist sehr sonnig. Kann
der Komposter in praller Sonne stehen?

Viele Grüße
Ralf Fröhlich


Sehr geehrter Herr Fröhlich
Ich weiss nicht, welchen "Thermokomposter" Sie ins Auge gefasst haben. Es sind ja inzwischen verschiedene Kompostbehälter mit dem Zusatz "Thermo" auf dem Markt. Sie können selbstverständlich auf Ihrem Balkon kompostieren, unabhängig davon ob der Behälter einen Boden hat oder nicht. Allerdings müssen Sie, wenn die Sache erfolgreich sein soll, also ohne Belästigung durch üble Gerüche, Ungeziefer und Sickersäfte, folgendes beachten.
- Sie benötigen unbedingt Häcksel- bzw. Schreddergut von Baum und Strauch und davon einen Vorrat von ungefähr der Hälfte des Behältervolumens
- Nachdem Sie den Behälter aufgestellt haben, füllen Sie zunächst mindestens 40 cm hoch Häckselgut ein. Diese Drainageschicht verhindert, dass bei der Befolgung der Kompostierregeln, sich Sickersäfte bilden können.
- Wenn Sie dann mit dem Kompostieren beginnen befolgen Sie bitte sorgfältig und konsequent die Regeln "zerkleinern - mischen - feucht halten und immer zudecken". Die gut zerkleinerten weichen, nährstoffreichen, wasserhaltigen und deshalb verderblichen Bestandteile aus Küche, Haushalt und Balkonbepflanzung müssen laufend mit etwa gleichviel Häckselgut intensiv vermischt werden, so dass sich eine lockerer, poröser Rottekörper ergibt, der immer genügend Luft (Sauerstoff) für eine einwandfreie Rotte enthält.
Zum Mischen benützen Sie eine entweder eine Gabel mit vier dünnen Zinken oder eine sogenannte Gartenkralle. Das sorgfältige Mischen verhindert Klumpenbildung und damit die Bildung von Fäulnisherden, die unweigerlich zu Geruchsbelästigungen führen würden. Beim sachgerechten Kompostieren entstehen niemals übel Gerüche!
- Damit die Verrottung und die Humusbildung überhaupt vonstatten geht, muss der Rottekörper stets so feucht sein, wie ein ausgedrückter Schwamm. Die Mikroorganismen, die die Hauptarbeit leisten, können sich nur in einer feuchten Umgebung entfalten. Dieses Feuchthalten des Rottekörpers ist der heikelste Punkt beim erfolgreichen Kompostieren. Ist die Rottemasse zu nass, fehlt der nötige Sauerstoff, sie beginnt zu faulen und zu stinken und es bildet sich kein Humus, sondern Grabenschlamm. Ist die Rottemasse zu trocken, kommt dei Rotte zum Stillstand und die ganze Umwandlung der organischen Substanz zu Humus unterbleibt. Man muss also gut beobachten und die richtigen Schlüsse aus den Beobachtungen ziehen. Folgende Anhaltspunkte sind hilfreich: Wenn in der warmen Jahrszeit die neu dazugegebenen, frischen Bestandteile nach einer Woche nicht mehr identifizierbar sind (egal ob es sich um Gemüse- und Fruchtreste, Blätter, Stengel, Blüten etc. handelt) und Sie keine, die Nase beleidigenden Gerüche wahrnehmen, dann stimmts mit der Feuchtigkeit und Struktur der Rottemasse; Ihr Kompost arbeiten einwandfrei.
Falls Wasser zugegeben muss, darf das immer nur im Deziliterbereich geschehen (kleine Giesskanne mit Brause!): Oberfläche kurz überbrausen und sofort anschliessend wieder mit der Gabel durchmischen. Verfallen Sie bitte nicht dem Irrtum, der Komposter (welcher Bauart auch immer) sei ein Automat, in den man oben alles hineinwerfen und nach einiger Zeit unten einwandfreien Humus entnehmen könnte. Dies funktioniert garantiert nicht.

Der Komposter darf an der prallen Sonne stehen, braucht dann allerdings etwas mehr Aufmerksamkeit beim Feuchthalten.
Damit der Balkonboden nicht braun verfärbt wird, sollten Sie eine passende Plastikplane unter den Komposter legen.

Sollten Sie weitere Fragen haben, richten Sie diese bitte direkt an mich, mit untenstehender Mailadresse.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Kompostiermöglichkeiten auf Dachterrassen

28.07.2009 | Kompost-Anwendung

Guten Tag,
ich möchte anfragen, wie die Fachmeinungen hinsichtlich
Kompostiermöglichkeit auf Dachterrassen sind. Sind geeignete Behälter mit
geschlossenem Boden erhältlich bzw. sinnvoll?
Mit recht vielem Dank sowie freundlichen Grüßen aus Österreich
Familie Schrittwieser


Sehr geehrter Herr Schrittwieser
Grundsätzlich kann man ab einer gewissen Grösse, z.B. 60 Liter Inhalt, in jedem beliebigen Behälter kompostieren, falls man die Regeln "zerkleinern - mischen - feucht halten und immer zudecken" befolgt. Ob der Behälter auf hartem oder gewachsenem Boden steht, ist dabei von zweitrangiger Bedeutung.
Wichtig ist aber, dass der Behälter einen gelochten Boden hat, damit das vielleicht entstehende Sickerwasser keinen Sumpf bilden kann wo unsere organische Substanz zwangsläufig zu faulen begänne.

Die Kompostberatung Basel hat einen bewährten "Balkonkomposter" entwickelt, von dem auf Terrassen, Balkonen und in kleinen Hintergärtchen rege Gebrauch gemacht wird. Ich schicke Ihnen mit separatem Mail ein Dokument mit der Anleitung zu Bau und Betrieb des Komposters. Falls die Beschaffung des unbedingt erforderlichen Strukturmaterials (Häckselgut von Baum und Strauch) schwierig ist, können Sie auf Rindeneinstreu, wie sie für die Kleintierhaltung im Handel ist, ausweichen. Erfahrungsgemäss reicht ein 80-100 Liter Kübel für einen Haushalt mit Balkon-, Terrassengarten völlig aus, um ein ganzes Jahr kompostieren zu können. Falls Sie weitere Fragen haben, richten Sie diese bitte direkt an mich an unten stehende Mailadresse.
Ich hoffe die Anleitung hilft Ihnen weiter.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Kompostieren von Buchsbaumblättern und Zweigen?

28.07.2009 | kompostierbar - oder nicht

Sehr geehrter Herr Balmer
Ist das Kompostieren von geschrederten Buchsbaumblättern und Zweigen
problemlos möglich?
Mit freundlichen Grüssen 
Andre Roth


Sehr geehrter Herr Roth
Geschredderte Buchsbaumblätter und -zweige können Sie sehr gut als Strukturmaterial zum Kompostieren von weichen, wasserhaltigen, verderblichen organischen Reststoffen (aus Küche, Haushalt und Garten) verwenden, z.B.
auch für Rasenschnitt. Wichtig ist eine gründliche Durchmischung aller Komponenten und eine ausreichende Feuchtigkeit der Rottemasse. Sie muss so feucht sein, wie ein ausgedrückter Schwamm; bei Bedarf vorsichtig überbrausen und die angefeuchteten Teile mit allem übrigen Material vermischen.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Leerung des Kompostes

28.07.2009 | Kompost-Anwendung

Ich habe seit 2 Jahren einen geschlossenen Kompost mit Deckel.
Er kann unten aufgemacht werden, um die fertige Erde rauszunehmen. 
Wollte es nun das erstemal ausnützen, hat mir aber nicht sehr viel gebracht.
War nicht gut verrottet und war sehr nass. 
Der Kompost ist allerdings 3/4 voll und sollte mal geleert werden. 
Was muss ich nun tun? Bräuchte dringend Erde.
Muss ich den Inhalt komplett rausnehmen? 
Habe keinen geeignetten Platz um ihn zu verarbeiten.
Was mach ich gegen die Nässe?
Das geschnittene Gras werfe ich auch rein, ist das überhaupt gut?
Ist er darum so extrem nass?
Frau Leemann


Sehr geehrte Frau Leemann
Wie viele andere, sind leider auch Sie einem fatalen Irrtum zum Opfer gefallen. Der Irrtum besteht darin, dass man meint der Komposter, welcher Bauart auch immer, sei ein Automat, in den man oben seine organischen "Abfälle" hineinwerfen und nach einiger Zeit unten einwandfreien, wohlriechenden, krümeligen "Humus" entnehmen kann. Was sich in Ihrem Komposter abgespielt hat, ist keine ordentliche Verrottung, weil Sie, wahrscheinlich aus Unkenntnis, es versäumt haben, die richtigen Rottebedingungen herzustellen. Das Resultat ist eine tropfnasse, schlammige Masse, die in erster Linie durch Fäulnisprozesse zustande kam und mit Kompost, also dem Endprodukt sachgerechter, sorgfältiger Kompostierung nichts zu tun hat. Es ist schwierig, Ihnen vom Schreibtisch aus Hilfe zu leisten, um so weniger als Sie schreiben, keinen Platz für die Verarbeitung, d.h. in diesem Fall für eine Nachrotte unter besten Bedingungen, zur Verfügung zu haben. Ohne Auslagern und Nacharbeiten ist die Sache aber nicht zu retten. Sie bräuchten dazu ausserdem eine grosse Portion Häckselgut von Baum und Strauch, das tüchtig in die schlammige Masse einzuarbeiten wäre. 

Vielleicht finden Sie in Ihrem Garten doch ein Plätzchen, wo Sie den aufgearbeiteten Inhalt Ihres Komposters für 2-3 Monate auf einem länglichen, nicht allzu hohen Haufen auslagern können. Der Haufen müsste bei drohendem Regen aber unbedingt zugedeckt werden, um eine neuerliche Vernässung zu verhindern.

Sachgerechtes Kompostieren ist an 4 einfache Regeln gebunden: "zerkleinern - mischen - feucht halten und immer zudecken".
Ich schicke Ihnen per Post das Merkblatt "Kompostieren", wo Sie alles kurz und bündig und reich illustriert erläutert finden.
Dann wünsche ich Ihnen für den nächsten Anlauf einen wirklich gelungenen Kompost.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Kompostbehälter

28.07.2009 | Kompostbehälter

Sehr geehrter Herr Balmer
ich bin Kompostberaterin in meiner Gemeinde. Nun bin ich von einem Ehepaar
angefragt worden, auf was für einen Untergrund sie den Thermokomposter auf
der Dachterrasse stellen sollen. Die Dachterrasse ist mit grobem Kies
belegt. Die Frage wäre ausserdem, ob der Komposter auf ein imprägniertes
Sperrholzbrett gestellt werden darf, oder ob dies den Lebewesen schadet.
Gibt es noch andere Möglichkeiten, v.a. auch wie evtl. austretende
Flüssigkeiten aufgefangen werden können? Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie
mir bei diesem Problem einen Tipp hätten. 
Mit freundlichen Grüssen und bestem Dank im Voraus
Sandra Joseph


Sehr geehrte Frau Joseph
Für diesen Fall empfehle ich, den Komposter nicht direkt auf den Kies sondern auf mehrere Lagen Well-Karton von entsprechend grossen Schachteln zu stellen. Im Prinzip sollte beim sachgerechten Betreiben eines Komposters gleich welcher Bauart und Marke, kein Sickersaft austreten. Die saugfähige Unterlage ist aber eine Vorsichtsmassnahme, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Falls der Komposter keinen Boden hat, ist der grobe, durchlässige Kies, im Gegensatz zum Erdboden, keine geeignete Unterlage. Wichtig ist das richtige Starten des Komposters, indem zuerst eine Schicht relativ trockenes Häckselgut von mind. 30 cm Höhe eingefüllt wird. In der Folge muss alles gut zerkleinerte, weiche, verderbliche Material aus Küche und (Dach)-garten stets mit etwa derselben Portion Häckselgut intensiv durchmischt werden, um jegliche Fäulnis und damit verbundene unerwünschte Begeleiterscheinungen (Gestank, Insekten, Sickersäfte) zu vermeiden. Das Rottegut muss je nach Bedarf so angefeuchtet werden, dass es immer so feucht ist wie ein ausgedrückter Schwamm.
Ich hoffe, dass Ihnen dies paar Ratschläge weiterhelfen.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Verwertung von reinem Knochenmehl

28.07.2009 | Düngung

Sehr geehrter Herr Dr. Balmer
Bitte geben Sie eine Einschätzung zur Verwertung von reinem Knochenmehl ab.
Können gemahlene Knochen bereits als Dünger verwendet werden und welchen Nährwert hat das Mehl oder sollte man es lieber beim Kompostieren zusetzen?
Vielen Dank im voraus
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Zimmermann


Sehr geehrter Herr Zimmermann
Beim Knochenmehl unterscheidet man "entleimtes" und "gedämpftes". Bei der entleimten Sorte wird mit Chemikalien praktisch sämtliches Eiweiss entfernt, so dass nur mineralische Knochenmaterial - Kalziumphosphat - übrig bleibt.
Bei der gedämpften Sorte, und nur diese ist im biologischen Landbau zugelassen, enthält das daraus hergestellte Knochenmehl noch viel Eiweiss und damit Stickstoff; es ist also ein kombinierter Stickstoff-Phosphordünger. Für das gedämpfte Knochenmehl gelten folgende
Gehalte: Stickstoff (N) 4-5%, Phosphor (P2O5) 20-22%, Kalzium (Ca) 30%.
Die Knochensubstanz muss von den Boden(Kompost-)organismen zuerst abgebaut werden, bevor sie pflanzenverfügbar wird. Bei der Verwendung von Knochenmehl ist Vorsicht geboten, weil praktisch alle Gartenböden phosphorüberdüngt sind, denn auch "gewöhnlicher" Kompost, der ja vielerorts in ausreichenden Mengen angewendet wird, enthält bereits viel Phosphor. Organische Phosphordünger also nur anwenden, nachdem eine Bodenanalyse einen Mangel anzeigt. In aller Regel ist Knochenmehl im Haus- oder Pflanzgarten unnötig.
Falls Phosphormangel besteht, ist es natürlich von Vorteil, das Knochenmehl über die Kompostierung gewissermassen zu aktivieren. Bei der Bodenanalyse sollte unbedingt auch der pH-Wert erfasst werden; bei hohen pH-Werten (über 7, gegen 8) wird Phosphor zunehmend festgelegt, d.h. die Pflanzenverfügbarkeit nimmt ab.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Grasschnitt

28.07.2009 | kompostierbar - oder nicht

Auf unserem Campingplatz fällt innerhalb einem Monat ca. 500li Grasschnitt
an.
Gibt es ausser über die Grünabfuhr noch eine andere Möglichkeiten diesen
Grasschnitt loszuwerden?
MfG
Andreas Fischer


Sehr geehrter Herr Fischer
Eine andere Möglichkeit als die Grünabfuhr kommt meines Erachtens bei einem halben Kubikmeter Rasenschnitt/Monat nicht Frage, weil weder Sie noch jemand anderer sich die Zeit und Mühe nehmen kann, den Rasenschnitt ordentlich zu kompostieren. Denn das würde auch bedeuten, dass beim Start der Kompostierung etwa ein halber Kubikmeter Häckselgut von Baum und Strauch benötigt würde, damit der Rasenschnitt einer Verrottung und nicht dem Verfaulen zugeführt werden könnte. Ausserdem müsste wohl zu Beginn ein kundiger Kompostberater, eine kundige Kompostberaterin Hilfe stellen, damit das "Werk" gelingt. Wenn Sie einen Landwirt kennen würden, der in der Nähe Ihres Campingplatzes eine Feldrandkompostierung betreibt, könnte vielleicht dies auch noch eine annehmbare Lösung für Ihren Rasenschnitt sein.
Selbstverständlich müsste mit dem Landwirt vorher alles besprochen werden.
Sollten Sie sich dennoch zu einer eigenen Kompostierung entschliessen, könnte ich Ihnen theoretisch, vom Schreibtisch aus, ein paar Ratschläge geben. Wenden Sie sich in diesem Fall direkt an mich.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Kaninchenmist

28.07.2009 | Kompost-Anwendung

Kaninchenmist:
Darf ich Kaninchenmist direkt auf das Beet in einen Graben für den
(Gurken-)Wall geben, anstelle von Pferdemist oder muss der Mist erst
verrotten? Stellen Kokzidien eine Gefahr dar auf dem Gemüsebeet (durch den
Mist)?
Besten Dank für Ihre Antwort.
Herr Imboden


Sehr geehrter Herr Imboden
Ich empfehle Ihnen dringend, den Kaninchenmist aus Gründen der Hygiene mit Ihren anderen organischen Reststoffen aus Küche und Hauhalt sorgfältig zu kompostieren. Da die Kaninchenexkremente und wahrscheinlich auch die Einstreu relativ trocken sind, sollten sie den "Kaninchenmist" zuerst in einem passenden Kübel mit vorsichtiger Zugabe von Wasser etwas einweichen so dass Sie eine feuchte (nicht triefend nasse!) Masse erhalten. Vermischen Sie diese dann intensiv mit Häckselgut von Baum und Strauch zu einer lockeren Substanz und integrieren Sie diese stets in der obersten Zone Ihres Kompostes. Wenn Sie genügend andere, gut zerkleinerte, nährstoffreiche organische Reststoffe aus Küche und Garten zum Kompostieren haben, sollte es im Sommerhalbjahr kein Problem sein, eine ordentliche Heissrotte zu erzielen. Im Winterhalbjahr (Spätherbst bis Spätfrühling) können sie die Komponente "Stickstoff" so ergänzen, dass Sie regelmässig (z.B. alle 14
Tage) eine Handvoll Hornmehl mit der obersten Zone des Rottekörpers vermischen. Eine gute Hygienisierung findet bei Temperaturen ab 48-50°C statt, vorausgesetzt, es herrschen die nötigen aeroben
(sauerstoffverbrauchenden) Bedingungen und das Rottegut hat stets die ideale Feuchtigkeit eines ausgedrückten Schwammes.
Hinsichtlich Kaninchen-Kokzidiose orientieren Sie sich bitte in der einschlägigen Literatur oder im Internet. Mit Hygiene und richtiger Ernährung kann das Problem offenbar weitgehend unter Kontrolle gehalten werden. Es muss Ihnen natürlich ein ernstes Anliegen sein, gesunde Tiere zu halten. Nach meinem Dafürhalten sollte der sorgfältig kompostierte Kaninchenmist für die Anwendung im Gemüsebeet kein Risiko darstellen. Ich kann aber für diese Aussage keinerlei Garantie übernehmen und nicht haftbar gemacht werden.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Basamid-Granulat

28.07.2009 | Kompost-Anwendung

Ich bin eine Hobbygärtnerin mit relativ kleinem Gemüsegarten. Ich habe fünf
Komposthaufen, die mir wunderbaren Kompost geben. Ist ein Kompost fertig,
habe ich ihn jeweils von Hand gesäubert und ihn lagenweise mit
Basamid-Granulat bestreut und ihn nochmals 6 Wochen bedeckt liegen lassen.
Bevor ich dies entdeckt habe, hatte ich sehr grosse Probleme mit dem Unkraut
im Kompost. Ausser Rasen, werfe ich nie Unkraut auf den Kompost! Habe mich
bei der Firma Maag in Dielsdorf erkundigt, leider ist es nicht mehr möglich
kleinere Mengen als 20 kg zu kaufen.
Haben Sie eine Idee, wer mir kleinere Mengen verkaufen würde? (20 Kg kosten
Fr. 331.00)
Vielen Dank für Ihre Mühe
Mit freundlichen Grüssen
Esther Reber


Sehr geehrte Frau Reber Scherfig
Leider kann ich Ihnen auch nicht sagen, wo sie Kleinmengen Basamid erwerben können; vielleicht bei einem Gartenbaubetrieb, einer Baumschule, der/die dieses Mittel einsetzt. Was mich erstaunt ist, dass Sie Ihren wertvollen Kompost mit einem giftigen Produkt behandeln, das zur Giftklasse drei gehört
(Bienen- und Fischgift. Keine Anwendung in der Schutzzone von Grund- und Quellwasserfassungen SI, S II und SIII).

Sie haben als Hobbygärtnerin einen relativ kleinen Gemüsegarten - und trotzdem 5(!) Komposthaufen. Das führt mich zur Annahme, dass sie nicht aktiv kompostieren nach den Regeln: zerkleinern, mischen, feucht halten und immer zudecken. Ich leite seit Jahren FreizeitgärtnerInnen in Basler Familiengartenanlagen dazu an, nach dieser Methode zu kompostieren - und zwar in einem einzigen, herkömmlichen Drahtsilo (Inhalt etwa 800 Liter). 
Ich habe noch nie erlebt, dass dieses Kompostsilo nicht ausreichen würde, um sämtliche organischen Reststoffe (incl. sogen. "Unkraut") währen eines Jahres zu kompostieren. Bei der aktiven Kompostierung wird mit dem frischen Material immer wieder eine Heissrotte erzielt, bei der fast alle Sämereien, die man in die Rotte einschleppt, entweder hitzgeschädigt oder zum Keimen gebracht werden; die Keimlinge können sich aber in der Rotte nicht entwickeln und werden zu Humus. Das Silo hat ausserdem den Vorteil, dass der Rottekörper in der obersten, der Abbauzone, mit geringem Aufwand bis zum Rand immer wieder durchmischt werden kann, so dass auch kühleres Randzonenmaterial in das warme bis heisse Zentrum gelangt und dort hygienisiert wird. Meine Gärtner und Gärtnerinnen beklagen sich nicht über unmässigen Krautaufwuchs nach der Anwendung ihres, nach der oben erwähnten Methode hergestellten Komposts. Zu erwähnen ist noch, dass "unser" Kompost jährlich geerntet und sofort angewendet wird.

Zu bedenken ist auch noch, dass sich langsam, auch weit ausserhalb des Hobbygartenbereichs, die Überzeugung durchsetzt, die sogenannten Unkräuter nicht bloss als grosses Übel zu betrachten, sondern sie bis zu einem hohen Mass zu tolerieren, weil erkannt wurde, dass diese Pflanzen entscheidend zur Bodengesundheit und -fruchtbarkeit beitragen können, sie deshalb nicht mit der Vorsilbe "Un-" sondern als Wild- oder Begleitkräuter zu bezeichnen. So gesehen, wenden der Hobbygärtner, die Hobbygärtnerin zu viel Zeit auf, um ihren Boden unkrautfrei zu halten; und oft genug herrscht noch die Meinung vor, man könne solches Kraut auf keinen Fall kompostieren sondern müsse es über den Abfallsack entsorgen...

Für mich ist das Ziel der Kompostierung, sämtliche, aus dem Lebendigen stammenden Reststoffe des Gartens und Haushalts über die sachgerechte Kompostierung als veredeltes Produkt wieder dem Erdreich zuzuführen. 

Vielleicht können diese Gedanken Sie dazu führen, Ihre Kompostierung zu überdenken und ganz auf das giftige Basamid zu verzichten.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Schimmel oder Asche im Kompost

28.07.2009 | Lebewesen beim Kompost

Ich habe einen Kompostbehälter (überdacht) darin pflanze ich erfolgreich
Tomaten an.
Nun will ich den Kompost austauschen und musste feststellen, dass an der
Seite, wo Regen eindringen kann unter der Kompostoberfläche eine Art Pilz?
vorhanden ist. Es sieht aus wie Schimmel oder Asche, was kann das sein und kann ich das auf meine Beete aufbringen?
Mfg. G.Herrmann


Sehr geehrte Frau oder sehr geehrter Herr Herrmann Ich vermute, dass dort, wo Sie die Erscheinung (Schimmel oder Asche) festgestellt haben, das Substrat in Ihrem Kompostbehälter recht ausgetrocknet ist. Es ist aber immer noch genügend organische Substanz vorhanden, die als Nahrungsgrundlage vor allem für Pilze und Strahlenpilze (Aktinomyceten=stationäre, koloniebildende, zelluloseabbauende Bakterien) dienen können. Diese werden bei Trockenheit des Substrats als pulverige, aschähnliche Überzüge sichtbar. Die Erscheinung verschwindet, sobald wieder genügend Feuchtigkeit vorhanden ist, obschon die Mikroorganismen dann immer noch vorhanden sind. Sie gehören zu den wichtigen, nützlichen Mikroben, die in jedem Kompost (und auch im Boden) in grosser Zahl vorhanden sein müssen, wenn die Umwandlung der Kompostrohstoffe bzw. der abgestorbenen organischen Substanz zu Humus ordentlich ablaufen soll. Meines Erachtens können Sie den Inhalt Ihres Komposters gefahrlos auf Ihre Beete ausbringen.
Die geschilderte Erscheinung könnte auch als "Salzausblühung" interpretiert werden, was ebenfalls keinen Einfluss auf das Ausbringen hätte. Worum es sich genau handelt, kann ich vom Schreibtisch aus natürlich nicht entscheiden. Ich bin aber überzeugt, dass Sei nichts zu befürchten haben.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Kompost in Erdlock

28.07.2009 | kompostierbar - oder nicht

Hallo. Ich als absoluter Laie im Gartenbereich möchte fragen, ob man Abfälle
in einem Erdloch kompostieren kann? Verrottet das Material in einem
einfachen Erdloch? Welche Möglichkeiten gibt es ggf. um nicht überirdig zu
kompostieren?

Vorab schonmal vielen Dank für Ihre Antwort.
MfG M. Schiffmann


Sehr geehrter Herr Schiffmann
Wenn Sie organische Reststoffe in einem Erdloch vergraben, hat das natürlich nichts mit Kompostieren sondern höchstens mit Entsorgung zu tun. Die Gefahr, dass die Reststoffe nicht verrotten sondern verfaulen ist gross und beim Verfaulen wird kein wertvoller Humus gebildet, sondern eine Art Grabenschlamm, der giftige, ,jedenfalls schädliche Zwischenprodukte (Nitrit, Sulfid, Ammoniak, Leichengifte etc.) enthält. Das tut dem Boden nicht gut und unter Umständen auch dem Grundwasser nicht. Damit die, aus dem Lebendigen stammenden Reststoffe zu wertvollem Humus umgewandelt werden können, ist ein wenig Arbeit angesagt: zerkleinern, mischen, feucht halten und immer zudecken. Weil das einiges schief gehen kann, muss man sich um den Kompostierungsprozess kümmern, ihn überwachen und optimieren. Kompost, als Gold des Gärtners, entsteht nicht von selbst.

Es gibt eine Methode, um organische Reststoffe, vermischt mit Erde, in einer Grube einwandfrei in Humus umzuwandeln. Dazu müssen aber Effektive Mikroorganismen, sogenannte EM nach Teruo Higa eingesetzt werden. Dabei werden die zerkleinerten Reststoffe mit EM unter Luftabschluss einer Milchsäurevergärung zugeführt ("bokashisiert") und dabei vor dem Verderben bewahrt. Die so vorbereitete organische Masse wird dann in einer, den Verhältnissen entsprechenden Grube mit Erde vermischt und überdeckt und der Vorgang so oft wiederholt, bis die Grube voll ist. Nach einer Wartezeit von drei bis vier Wochen ist in der Grube eine ausgezeichnete Gartenerde entstanden, die sofort für alle Zwecke des Gärtnerns verwendet werden kann.

Damit Sie Ihre organischen Reststoffe auf diese innovative Art verwerten können, müssten Sie sich mit einem, für die Bokashisierungn geeigneten, speziellen Sammeleimer und mit Effektiven Mikroorganismen ausrüsten. Eine mögliche Adresse ist http://www.mikroveda.eu/Gehen Sie dort zur Rubrik "Boden und Pflanze" und finden Sie alles Wissenswerte.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Wurm-Kompost

28.07.2009 | Lebewesen beim Kompost

Wie kann man Wurm-Compost billig herstellen? Könnte man Wurm-Compost in
grossen Mengen herstellen, um die konventionellen Düng-Mitteln zu ersetzen?
Vielen Dank!!
Frau Cornavaca


Sehr geehrte Frau Cornavaca
Im Internet finden Sie zu Ihrer Frage sehr viele Antworten, wovon einige sicher für Ihren Zweck und Bedarf hilfreich sein werden.
Der folgende Link ist schon mal eine ausgezeichnete Einführung.
http://www.regenwurmfarm.at/index.php?con=home&news=news

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Spaghetti-dicke Wurzeln im Kompost

28.07.2009 | Kompost-Anwendung

Sehr geehrter Herr Balmer,
Heute abend wollte ich Erde aus dem ca. 1,5 jahren kompost entnehmen. Als
ich mit der Schaufel ein wenig grub, kam ich zu einem Geflecht aus ca.
spaghetti-dicken Wurzeln. Wie kann man diese umgehen oder wie der
Komposthaufen noch retten? Was müssen wir unbedingt beachten?
Vielen Dank im Voraus für ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüssen
S. Stritt


Sehr geehrte Frau Stritt
Ohne die näheren Umstände zu kennen, kann ich über die Herkunft der "Wurzeln" nicht eigentlich Auskunft geben. Wahrscheinlich handelt es sich aber um Zaunwinden"wurzeln". Winden haben unterirdische, weisse, etwa spaghettidicke Ausläufer als hauptsächlichste Verbreitungsorgane dieser Pflanzen. Falls Ihr Kompost an einer Stelle steht, wo solche Gewächse sind und der Behälter auch noch von Winden umrankt sein sollte, können Sie davon ausgehen, dass Ihr Kompost von Zaunwinden besiedelt wurde. Vielleicht haben Sie auch versehentlich Zaunwindenausläufer in den Kompost eingebracht und es ist bekannt, dass sich diese gegen jede Verrottung wehren, also munter weiterwachsen.
Das heisst nun nicht, dass man diese, "Windenwurzeln" genannten Ausläufer überhaupt nicht kompostieren sollte, im Gegenteil: in allen Wurzeln sind wertvolle Mineralien und Spurenelemente enthalten, die unbedingt wieder dem Boden zugeführt werden sollten. Es hat sich sehr bewährt, sogenannte Wurzel"unkräuter" zunächst verdorren zu lassen, dann kleingehackt der laufenden Kompostierung zuzuführen. Als weitere Ursache Ihres durchwurzelten Komposts käme auch Schnürgras (Quecke) in Frage. An ausgegrabenem Schnürgras muss zunächst möglichst alle Erde entfernt werden; gegebenenfalls zuerst austrocknen lassen, dann gut ausschütteln. Gras mit anhängenden Wurzeln vertrocknen (verdorren) lassen, dann kleingehackt der laufenden Kompostierung zuführen. Schliesslich will ich noch darauf hinweisen, dass je nach Untergrund, bei längerer Verweildauer eines Kompostbehälters am selben Ort, oft Baum- und Strauchwurzeln (z.B. auch Efeu, Holunder) von unten her den Kompost "auszubeuten" beginnen und ihm auch alles vorhandene Wasser entziehen. Dem muss natürlich vorgbeugt werden; entweder Standort wechseln oder Kompostbehälter auf Platten stellen. Letzteres beeinträchtigt die Kompostierung in keiner Weise.

Ihren durchwurzelten Kompost können Sie selbstverständlich trotzdem verwenden; entfernen Sie einfach sorgfältig die "Spaghetti", lassen sie sie vertrocknen, um sie später zu kompostieren

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch

Schnecken im Kompost

28.07.2009 | Lebewesen beim Kompost

Da unser Kompost im Gartenbeet drinnen ist (rundherum einen Schneckenzaun)
ist meine Frage, wie wird unser Kompost zu reifen Kompost wenn man nebst den
Küchenabfälle, Gartenabfälle sucht ohne Schnecken...also die Angst, dass mit
den Abfällen die Schnecken im Kompost landen...und dann die Gemüsebeete
befallen. Die Frage lautet, macht es Sinn einen Gitterbehälter im Gartenbeet
zu haben bzw. oder wenn er draussen ja stehen würde und dieser Kompost kommt
auf die Gemüsebeete im Frühjahr, dann sind die Schnecken ja auch wieder im
Gemüsebeet mit Schneckenhag...
Besten Dank.
Freundliche Grüsse
M. Serato


Sehr geehrter Herr oder sehr geehrte Frau Serato Wenn Sie sachgerecht Kompostieren, brauchen Sie keine Angst zu haben, dass Sie mit reifem Kompost Schnecken oder deren Eier im Gartenbeet innerhalb des Schneckenzauns einschleppen. Sachgerecht kompostieren heisst: zerkleinern, mischen, feucht halten und immer zudecken. Bei dieser Methode werden die zur Kompostierung zubereiteten organischen Reststoffe innerhalb weniger Stunden durch Bakterien und Pilze so stark verändert, dass sie für Schnecken völlig uninteressant sind. Wenn allerdings, was leider noch allzu häufig geschieht, die Kompostrohstoffe nur im Behälter deponiert, gewissermassen entsorgt werden, locken die Verwesungsgerüche Schnecken regelrecht an, weil es ja deren Aufgabe ist, krankes, absterbendes oder gestorbenes Material zu vertilgen. Die Idee, den Kompostbehälter innerhalb des Schneckenzauns im Gartenbeet aufzustellen, finde ich nicht gut. Sie brauchen ja Platz, um den Kompost richtig zu pflegen, weil Sie permanent an der Kompostierung arbeiten müssen, z.B. die oberste Zone regelmässig mit der Gabel bearbeiten
(Durchmischen) und durchgehend für angemessene Feuchtigkeit des Rottekörpers sorgen. Ein wertvoller Kompost entsteht nicht von selbst, es braucht ein Minimum an Arbeit und Zuwendung und ein paar Grundkenntnisse darüber, was sich bei der Umwandlung der Reststoffe aus dem Lebendigen in Humus eigentlich abspielt. 

Ich schicke Ihnen mit gewöhnlicher Post das Merkblatt "Kompostieren", wo Sie alles kurz und bündig und reich illustriert erläutert finden.

Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch